Regierungsrat erteilt dem Campingplatz Auslikon erneut eine Abfuhr
Der Campingplatz Auslikon soll bestehen bleiben, der Parkplatz nicht von der Badi zum Ausliker Dorfrand verschoben und die Strasse von Auslikon zum See befahrbar bleiben. So lauten die Forderungen von nicht nur einer sondern zwei Petitionen, die in diesem Jahr bereits an den Regierungsrat eingereicht worden sind. Die eine von zwei Auslikern, die andere vom Präsidenten des Zeltklubs Zürichsee-Oberland.
Ihnen stösst unter anderem auf, dass das Konzept «Mobilität und Umwelt Pfäffikersee», mit dem der kritisierte Massnahmenkatalog festgesetzt wurde, unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit erarbeitet wurde. Konkret hätte sich der Ausliker Petent Willi Schellenberg eine Delegation aus dem Dorf Auslikon gewünscht, die hätte mitdiskutieren dürfen. Die Petition, die er gemeinsam mit Valerian Walser eingereicht hatte, wurde von rund 440 weiteren Personen unterschrieben.
Kampf um Campingplatz Auslikon und Parkplätze am See geht weiter
05.05.2020

Knapp 440 Unterschriften
Ein Naherholungsgebiet, viele Forderungen: Zum Konzept «Mobilität und Umwelt Pfäffikersee» gehen Beitrag in Merkliste speichern Für Zeltklubpräsident Willi Wohlgemuth ist diese Nichtpartizipation sogar der Hauptkritikpunkt. Zwar betreibe die Stadt Wetzikon den Campingplatz, doch sei ein grosser Teil des Bodens, auf dem er steht, in Besitz des Vereines. Dieser sei ebenfalls nie in die Diskussionen miteinbezogen worden. Bereits im Herbst hatte der damalige Wetziker Stadtschreiber Martin Bunjes zu diesem Punkt Stellung bezogen: «Auch wenn es leider nicht gelungen ist, den Campingplatz zu erhalten, sind wir von der Stadt überzeugt, für Wetzikon das Maximum herausgeholt zu haben.»
Nun liegen die Antworten aus Zürich vor. Das erarbeitete Konzept sei im Rahmen eines runden Tisches mit den Gemeinden und Naturschutzorganisationen eingehend diskutiert und angepasst worden. «Am Schluss war es ein von allen Beteiligten getragener Entscheid, dass neben dem Campingplatz Auslikon auch der Parkplatz aufgehoben werden muss, um den nötigen Ausgleich zwischen Aufwertungen und Eingriffen im Gebiet Pfäffikersee zu erreichen», heisst es in der Antwort. Damit könne unter anderem die Badi Auslikon erhalten und gesichert werden, welche von einem grossen Publikum zur Naherholung genutzt werden kann.
«Kein Spielraum»
Die Konzession für den Campingplatz Auslikon läuft anfangs 2022 aus. «Der Betrieb wird nach Ablauf einer Übergangskonzession Ende 2023 definitiv eingestellt. Eine Erneuerung der Konzession ist ausgeschlossen.» Man habe keinen Spielraum, um den Anliegen der Petition nachzukommen. Aus der mehrjährigen Planung sei das vorliegende Konzept hervorgegangen, welches das breite Spektrum an Interessen so optimal wie möglich berücksichtige. «Uns ist aber bewusst, dass es nicht sämtlichen Interessen gerecht werden kann.»
«Die Schliessung des Campingplatzes ist ein Wermutstropfen»
23.09.2019

Walker Späh fühlt mit Ausliker Campern
Regierungsratspräsidentin Carmen Walker Späh (FDP) bedauert, dass der Campingplatz Auslikon schli href=”/flag/flag/np8_favorites/3092336?destination=batch&token=WhZurdYEREi-IYGN3dBZr6Cetme2MDjtcov7sxXp8WE” title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-3092336 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern Die beiden Briefe an die Petenten sind im Wortlaut identisch – mit einer kleinen Ausnahme. In der Antwort an die Ausliker ist ein zusätzlicher Absatz eingefügt: «Gestatten Sie uns noch den Hinweis, dass das vorliegende Konzept in enger Zusammenarbeit mit den anliegenden Gemeinden erarbeitet worden ist und namentlich die Stadt Wetzikon als Betreiberin, in Abstimmung mit der Gemeinde Pfäffikon als Standortgemeinde, hinter dem Entscheid den Campingplatz aufzuheben, steht.»
Zeltler als Opfer
Von der Antwort des Regierungsrates enttäuscht, haben Willi Schellenberg und Valerian Walser noch einmal nachgedoppelt. «Wir werden den Verdacht nicht los, dass man versucht hat, die kleinste betroffene Gruppe in der gesamten Angelegenheit – die Zeltler – zu opfern», schreiben sie in ihrer Replik. Und dies in einer Zeit, in der grüne Anliegen in aller Munde sind und Ferien möglichst «coronagerecht» in der Schweiz verbracht werden sollten. «Täglich sind Berichte in den Zeitungen von überfüllten und spontan erstellten Campingplätzen. Doch der seit bald 70 Jahren einwandfrei funktionierende Campingplatz Auslikon soll geschlossen werden.»
Sie sind überzeugt, dass nicht die Zeltler auf den rund 130 Stellplätzen ein Problem sind. «Viel eher wird die Natur von den rund 750‘000 jährlichen Besucher um den See gestört.» Während Willi Wohlgemuth sich nicht noch einmal an den Regierungsrat gewendet hat, fordern Schellenberg und Walser diesen erneut auf, dass er «auf die in dieser Angelegenheit bereits einseitig gefällten Entscheide» nochmals zurückkommen solle.
