Dominic Täubert, Co-Präsident der Jungen EVP Schweiz, glaubt seinen Augen kaum, als er am Sonntag, 2. August, im Schloss Rapperswil die Toilette aufsucht. Während Männer gratis urinieren dürfen und fürs grosse Geschäft 50 Rappen bezahlen, zahlen Frauen auf der Schloss-Toilette im Erdgeschoss einen Franken.
Der aus dem zürcherischen Pfäffikon stammende Täubert haut sogleich in die Tasten: «Sexismus im Schloss Rapperswil», schreibt er auf dem Netzwerk Twitter. Und macht seinem Unmut gegenüber der Stadt Rapperswil-Jona Luft: «Echt jetzt @stadtrj?» Der Tweet erhält innert kürzester Zeit über 70 «Gefällt mir»-Angaben, zehn Twitterer teilen den Beitrag.
Reinigung verantwortlich?
Auf dem Social-Media-Netzwerk entsteht sogleich eine Diskussion. «Ernsthaft, diese Kasten für den 50 Rappen Münzeinwurf an der Kabinentür kenne ich seit den 1980ern. Fand die schon damals nicht toll, aber mit Sexismus hat das wohl wenig zu tun. Auch nicht im Jahr 2020», schreibt beispielsweise der Twitter-Nutzer Silvio Foiera. Dieser hält eine eigene Erklärung bereit, woher der höhere Preis für das Frauen-WC stammen könnte: «Der Stutz wird möglicherweise durch die häufigere Reinigung gerechtfertigt.»
Dieser Meinung ist wohl auch ein anonymer Twitterer. Er schreibt: «Gerüchten zufolge sollen sich Frauen abartig bei der Nutzung von WC-Anlagen benehmen.» Das wirke sich entsprechend auf die Reinigungskosten aus. EVP-Politiker Täubert zeigt für diese Argumente kein Verständnis und antwortete: «Selbst wenn der Preisunterschied mit der Reinigung zusammenhängen würde, ist es doch noch immer eine Diskriminierung.»

