Serbien, Singapur, Israel, Luxemburg, USA. Die aktuelle (und per 8. August aktualisierte) Quarantänepflicht-Liste des Bundes enthält 46 Staaten und Gebiete. Wer aus diesen Erdteilen in die Schweiz einreist, muss sich innert zweier Tage bei der Gesundheitsbehörde melden und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. So hat es der Bund festgelegt – und so sollen es die Kantone jetzt umsetzen.
Bleibt die Frage, wie diese Umsetzung geschehen soll – und wer die Einhaltung der Quarantänevorschriften überhaupt kontrolliert. Regierungsrat Mario Fehr und Vertreter der Kantonspolizei Zürich haben am Mittwoch zumindest einen Teil der Antwort auf diese Frage geliefert. Sie haben an einer Medienorientierung erläutert, wie sich der Kanton diese «Umsetzung» vorstellt: Konkret mit der Erhebung von Personendaten, Stichproben und gegebenenfalls mit Bussgeldbescheiden. «Entscheidend ist immer der Vollzug der getroffenen Massnahmen», sagte Fehr, «nur so kann die Bevölkerung wirksam geschützt werden.» Und Zürich sei ein «vollzugsstarker Kanton».
«Daten selber beschafft»
Es geht um die Einreisen auf dem Luftweg. Das Herzstück der präsentierten Vorgehensweise ist ein Deal, den der Kanton mit den Airlines beziehungsweise mit den «Handling Agents» ausgehandelt hat. «Leider war der Bund nicht imstande, uns als Flughafenkanton die vollständigen Passagierlisten zu beschaffen», sagte Fehr. Da man aber dringend wissen müsse, wer fliegt, habe man das Problem nun selber gelöst und sich die Daten eben selber beschafft. Seit Montag gilt: Wer aus einer Risiko-Destination mit erhöhtem Corona-Infektionsrisiko kommend Zürich-Kloten anfliegt, hat an Bord ein Formular auszufüllen, ganz ähnlich wie das auf Reisen in die USA seit Jahren gang und gäbe ist. Erfasst werden auf dieser sogenannten Passenger Locator Form (PLF) primär Name und Adresse.
Ueli Zoelly, Chef der Flughafenpolizei, legte die Vorgehensweise dar: Die Formulare gehen zunächst an die Flughafenpolizei und werden dann der Gesundheitsdirektion für das Contact-Tracing zur Verfügung gestellt. Die Krux dabei: Das geschieht längst nicht mit allen Daten, denn die Zürcher Polizei filtert die Formulare von Zürcherinnen und Zürchern heraus. Das sind rund 15 Prozent aller Passagiere. Seit Mitte Juli sind 8600 Personen aus Risikoländern eingereist. Wer den Wohnsitz (oder bei Touristen/Berufsreisenden auch das Hotel- oder die Gastunterkunft) in einem anderen Kanton hat, wird gar nicht registriert.

