«Ist meine Stelle nach dem Lockdown noch da?» Das fragen sich 1,9 Millionen Arbeitnehmer der Schweiz, die sich Corona-bedingt in Kurzarbeit befanden oder es noch immer sind. Unter dem Spardruck beginnen nun viele Firmen mit der Restrukturierung. Die Umsetzung dürfte im zweiten Halbjahr erfolgen. Kaum jemand bezweifelt die Annahme von Forschungsstellen, dass mit einer rekordhohen Arbeitslosenquote zu rechnen ist.
Leider kann das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) Zürich diese Annahmen mit neuesten Zahlen nur erhärten. «Die Arbeitslosigkeit ist in praktisch allen Gemeinden gestiegen», sagt Irene Tschopp vom AWA. Neue Arbeitslose aus Gemeinden wie Turbenthal, Schlatt, Zell und Wila richten sich ans Regionale Arbeitsvermittlungszentrum ( RAV) Winterthur, in Wildberg Wohnhafte landen auf dem RAV Fehraltdorf, Personen aus Bauma gehen nach Rüti.
Viele RAV-Neuanmeldungen
Das Tösstal unterscheidet sich branchenspezifisch nicht von anderen Regionen, ist also nicht anders betroffen. Jürgen Fackelmayer, Leiter vom RAV Winterthur, erklärt auf Anfrage: «Ähnlich wie in anderen Regionen des Kantons haben sich während der Pandemie vermehrt Stellensuchende aus jenen Wirtschaftsbranchen angemeldet, deren wirtschaftliche Aktivität aufgrund der Massnahmen des Bundes eingeschränkt oder unterbrochen waren.»
Auffallend viele Neuanmeldungen waren daher aus dem Gastgewerbe und der Event-Branche zu finden. Das RAV Winterthur hat sieben zusätzliche Personen eingestellt, um die Neuanmeldungen behandeln zu können.

