Vor zwei Tagen ging Matthias Hüppi in St. Gallen Kleider kaufen, er sah die vielen Leute im Laden und staunte. «Hei, alles normal», schoss es ihm durch den Kopf, und er merkte sogleich: «Nur nicht bei uns.»
Hüppi ist Präsident des FC St. Gallen und gerade etwas besorgt. Die prächtige Laune und der euphorische Ton, gewöhnlich treue Begleiter, sind verschwunden. 1000 Menschen darf der einstige TV-Moderator zu den Spielen empfangen, es schmerzt ihn, er könnte sein Stadion bis auf den letzten der 19’000 Plätze füllen, nun aber verliert sein Club viel Geld. 45 Prozent seiner Einkünfte verdient St. Gallen gewöhnlich mit den Zuschauern, im Schnitt ist es bei den Schweizer Profifussballclubs rund ein Drittel des Budgets.
Am 12. August wird der Bundesrat frühestens beschliessen, wie es ab dem 31. August mit Grossanlässen im Land weitergeht. Drei Varianten stehen im Raum, wie diese Zeitung berichtete: Aufhebung aller Restriktionen (Wunschtraum der Sportvereine, aber unrealistisch); Anlässe mit über 1000 Personen werden bewilligungspflichtig (Wunsch der Sportclubs); vollständiges Verbot für alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bis zum 31. März 2021 (Albtraum der Sportclubs, Wunsch der Epidemiologen).
Maskenpflicht im Stadion

