Er war der Mann der Absprachen, der Handschläge, der Deals. Pausenlos war Michael Lauber (54), seit 2012 oberster Strafverfolger der Eidgenossenschaft, auf Achse. Dauernd suchte er Verbündete. Mal im Inland, mal auf weit entfernten Kontinenten. Mal vor der versammelten Weltpresse, mal in den diskreten Hinterzimmern der Macht.
Es war seine Art, dieses Amt auszufüllen und, ja, auch dessen Schwächen auszugleichen. Nur indem die Bundesanwaltschaft mit anderen Behörden zusammenspanne, sagte Lauber gern, könne sie ihre riesigen Verfahrenskomplexe zu Geldwäscherei, Korruption und Terrorismus erfolgreich ins Ziel bringen.
Doch je stärker er wegen seiner Geheimtreffen mit Fifa-Boss Gianni Infantino in Bern unter Druck geriet, desto mehr schien es, als gehe es bei seinen Treffen nicht mehr um Recht und Gerechtigkeit. Sondern nur noch um sein eigenes politisches Überleben.
Lauber will einen Deal
Am Freitag, kurz vor Mittag, spielt Bundesanwalt Michael Lauber seine letzte Karte. Er tritt nicht einfach von seinem Amt zurück, wie es andere wohl getan hätten angesichts einer Verurteilung durch das Bundesverwaltungsgericht, eines Amtsenthebungsverfahrens und eines zerrütteten Verhältnisses zum Parlament und zur Aufsichtsbehörde. In einer knappen persönlichen Erklärung, einem Siebenzeiler, bietet Lauber der Gerichtskommission des Parlamentes seinen Rücktritt an. «Die Modalitäten», lässt Lauber die Öffentlichkeit wissen, «werde ich direkt mit dieser besprechen.»

