Neun Männer und drei Jugendliche sind aus oder über Winterthur nach Syrien gereist. Alle hatten ein Ziel: sich dem Terrorregimeanzuschliessen. Bei einigen blieb es beim Versuch. Doch die meisten schafften es ins 2014 ausgerufene Kalifat. Dort kämpften einige, begingen Gräueltaten. Es war ein Leben nach radikaler Koranauslegung.
Nun, sechs Jahre später, sind vier der Jihad-Reisenden tot, einer ist im Gefängnis. Andere sind in die Schweiz zurückgekehrt und längst wieder auf freiem Fuss. Zu diesen gehört Sandro V. Er soll der Hauptverantwortliche sein; jene Figur, die die Stadt Winterthur zu einem Hort der Extremisten gemacht haben soll.
Für was genau der heute 34-jährige Winterthurer verantwortlich ist, muss nun ein Prozess am Bundesstrafgericht in Bellinzona ab dem 10. August zeigen. Dabei geht es letztlich um die Frage, ob der Familienvater, der gerne mit seinen Muskeln und schnellen Schlitten posiert, im islamistischen Milieu ein eher harmloser Schwätzer blieb. Oder ob er ein grosser Rekrutierer und Terrorhelfer war.
Auf jeden Fall hat Sandro V. einen bemerkenswerten Werdegang hingelegt, den diese Zeitung anhand von Gerichtsakten und vertieften Recherchen beleuchtet.
Kampfmontur gegen Kälte

