Als uns der Bundesrat aus dem Lockdown holte, versuchte er es mit Empfehlungen. Wir sollten die Swiss-Covid-App installieren oder Masken tragen. Die meisten taten es nicht. Weshalb?
Die meisten Leute empfinden es als unangenehm, eine Maske zu tragen. Unter der Maske ist es heiss, und man kann nicht frei atmen. Eine Maske zu tragen, kostet uns also etwas. Das ist eine klassische Situation, die wir aus unseren Experimenten kennen: Es gibt ein öffentliches Gut, das uns allen nützt, unsere Gesundheit. Aber dieses hat seinen individuellen Preis.
Nun ist der Preis aber tief, das öffentliche Gut kostbar.
Gerade junge Leute sehen ihre Gesundheit kaum bedroht; indem sie eine Maske tragen, entstehen ihnen zwar nur geringe Kosten, aber auch nur geringe Nutzen. Was wir aus der Forschung wissen: Die Bereitschaft, einen Beitrag zu einem öffentlichen Gut zu leisten, hängt davon ab, wie viele andere es auch tun. Wir nennen das soziale Ansteckungsprozesse. Deshalb war es auch so einfach, den Schalter umzulegen: Als Masken obligatorisch wurden, stieg der Anteil jener, die sie tragen, sagen wir von 5 auf 95 Prozent. Das ist für mich keine Überraschung. Ohne Pflicht wäre es aber nicht gegangen.
Nun gibt es auch Leute, die weiterhin keine Maske tragen.

