Fritz Immer regt sich auf , leise zwar und doch immens . Er zeigt auf ein Häufchen Äste, schüttelt den Kopf, sagt: «Und dann das.» Drei Wörter, kaum hörbar, in ihnen alles Unverständnis der Welt. Unter den Ästen liegen Papiernastücher. Und darunter: «Fäkalien», sagt Immer. Sie lägen hier überall rum. Die Fäkalien seien das eine, doch der Gipfel komme erst noch, sagt er, warnt er.
Seine Warnung hat mit den Wildcampern zu tun. Sie sind auf der Engstlenalp, 1834 Meter über Meer, im östlichsten Zipfel des Berner Oberlandes, zu einer Plage geworden.
Immer hat Wanderschuhe montiert und will zeigen, was alles in diesem Naturschutzgebiet falsch läuft. 73 Jahre ist er alt, die Hüfte zwickt, und doch setzt er noch immer jeden Schritt mit einer Bestimmtheit auf den Boden, die andere nie erreichen werden. Immer war 25 Jahre Bergführer, er hat die Gipfel der Welt gesehen, und doch gefällt es ihm hier oben mit am besten, er führt mit seiner Familie das Hotel Engstlenalp in fünfter Generation, er ist Mitglied bei Pro Natura. Als weit gereister Naturschützer kann er die Schönheit der Engstlenalp einschätzen. «Wir müssen ihr Sorge tragen, damit die Nachwelt auch noch etwas davon hat», sagt er.
Das Problem: Die Engstlenalp ist in diesen Tagen zu einem Hotspot für Camper geworden. Sie kommen mit ihren Vans, ihren Zelten und ihren Schlauchbooten. Sie machen Feuer . S i e hi nterlassen Abfall und Ärger. Und bevor sie wieder verschwinden, posten sie ihre Handybilder auf Instagram. #Engstlensee , #Amazingswitzerland , #Mountainlife , #neverstopex p loring – und dann kommen noch mehr.

