Wäh! Ziemlich trostlos war der Anblick meines Balkons. Dies wurde mir während des Lockdown, als ich so schön Zeit hatte, Balkonien zu geniessen, richtig bewusst. So trank ich meinen Kafi in der tristen Umgebung und träumte von Grünem, während ich auf einen vollen Abfallsack und eine Pflanze im Topf blickte, die vor etwa zwei Jahren gestorben war. Auch die farbigen Kissen konnten nicht viel bewirken. Es war mir unangenehm. Da musste sich etwas ändern!
Blumen verleiden mir, auch wenn sie hübsch sind. Viel lieber mag ich Gemüse und Kräuter. Und ich liebe Rüebli. Aber wie soll auf einem zehn Quadratmeter grossen Betonvorbau ein Garten entstehen und dazu noch Platz bleiben zum Sitzen?
« Da will man etwas verändern und als Erstes erreicht man das Gegenteil. »
Der Lockdown verging, der Abfallsack war weg und ich träumte immer noch. Mittlerweile aber so laut, dass mein Partner von meinen Plänen und Wünschen wusste. Wir zeichneten, rechneten, schauten Videos über Urban Gardening und landeten am ersten möglichen Wochenende in der Gartenabteilung und kauften Kistli, Töpfe, Erde und Samen. Mit viel Freude wurden diese dann sturmsicher montiert und gefüllt. Gegossen und angeschrieben.
Ja…Und dann sass ich da mit meinem Kafi in der Hand. Zwischen Balkonkisten mit brauner, übelriechender Erde. Es war noch schlimmer als vorher. Dunkel, trostlos und jetzt auch noch stinkig.So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Da will man etwas verändern und als Erstes erreicht man das Gegenteil. Es war zwar aufgeräumt und strukturiert. Aber schön war es nicht.

