«Panda-Umarmer nennt man die Leute, die China gegenüber völlig unkritisch sind. Das war ich nie. Im Gegenteil.» Mit diesen Worten beginnt einer von vier Teilen der Filmreihe von Pascal Nufer. 15 Jahre lang war er für diverse Medien in Asien tätig – die letzten fünf in Schanghai als China-Korrespondent für das Schweizer Fernsehen (SRF).
Als Journalist habe er immer einen kritischen Blick auf das Riesenreich gehabt, seine Arbeit sei ein ständiges Katz- und Maus-Spiel mit den Behörden gewesen. Mit einem Filmprojekt für das SRF und 3Sat, für das er noch einmal nach China reiste, wollte er sich mit dem Land versöhnen, über das er in den letzten Jahren häufig Negatives berichtet hatte.
«Manche wurden nach einem Interview verhaftet oder verschwanden einfach. Nur weil sie ehrlich mir gegenüber waren.»
«Als Nachrichtenjournalist sucht man in den Bereichen Politik und Wirtschaft nach Dingen, die falsch laufen», sagt Nufer im Gespräch. Seine Arbeit in China bezeichnet er auch als «Fallschirmspringerjournalismus». Um etwa einen zweiminütigen Beitrag für die Tagesschau zu drehen, musste er oft an einem Tag mit dem Hochgeschwindigkeitszug rund vier Stunden quer durch das Land hin und wieder zurück reisen. «Irgendwann sieht jede Stadt gleich aus. Man hat gar keine Zeit, sich wirklich mit dem Land auseinanderzusetzen.»
Pascal Nufer ist 45 Jahre alt, kommt ursprünglich aus dem Thurgau und wohnt heute mit seiner Frau, der Tochter und dem Sohn in Effretikon. Nach ersten Erfahrungen als Radiojournalist beim SRF zog er 2004 nach Bangkok, da seine Frau dort eine Stelle als Lehrerin angetreten hatte. Von da aus arbeitete er als freier Journalist für diverse Medien wie das Schweizer Radio SRF, die NZZ oder auch die Deutsche Welle. Durch die Berichterstattung über die Tsunami-Katastrophe konnte er sich rasch ein Netzwerk aufbauen. Nach sieben Jahren in Thailand kam die Familie für kurze Zeit zurück in die Schweiz, bevor Nufer 2014 die Stelle als China-Korrespondent in Schanghai antrat.

