Wie zwei Männlein mit Mützen sehen sie aus, keck beobachten sie aus der Badewanne, was auf Wiese und vor dem Haus passiert. Unten ist es angenehm kühl vom plätschernden Wasser aus der Röhre, oben wohlig warm von der Sonne. Sie warten in Ruhe darauf, was geschieht, wenn ihr Inhalt verarbeitet wird. Eine sommerliche Idylle abseits aller Hektik der «normalen» Welt.
In Städten, Agglomerationen und grösseren Dörfern sind solche Tansen ein eher seltener Anblick geworden, Milch gibt es meist in Karton- oder Plastikverpackungen. Und dass ein Milchmann täglich ein Kesseli im Milchkasten unter dem Briefkasten mit der weissen Flüssigkeit aus der grossen Kanne füllt, kennen die meisten wohl nur noch vom Hörensagen.
Zum Glück gibt es in den Schweizer Alpen – hier speziell im Oberengadin – Wanderwege, die an solchen milchkühlenden Brunnen vorbeiführen. Denn der Gedanke an den wunderbaren Ziegenkäse, der daraus entstehen und kräftig duftend auf dem Teller landen wird, ist unweigerlich mit dem Anblick dieser Gefässe verbunden. Und dabei läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Denn frischer Geisskäse mit Salz und Kümmel auf einem kräftigen dunklen Brot ist eine Gaumenfreude sondergleichen. (Guy A. Lang)

