Ein 800 Jahre altes Schloss, die Lakers-Arena und neuerdings ein 25 Meter hoher Zauberhut. Das Stadtbild von Rapperswil-Jona ist um einen Blickfang reicher. Diverse Anwohner halten den Zauberhut von Knies Kinderzoo aber überhaupt nicht für eine Bereicherung. Dutzende Facebook-Nutzer vergleichen das Bauwerk mit einem AKW-Kühlturm. So auch der Musiker Frédéric Zwicker: Der Kühlturm sei eingehüllt in «grau-schwarz-weisse Camouflage», schreibt er in einer Kolumne in der «Linth-Zeitung» vom 7. Juli.
Die viele Kritik deckt sich aber nicht mit dem Widerstand während der Einsprachefrist überein. Diese lief im Februar des letzten Jahres, aber: «Niemand äusserte damals der Bauverwaltung gegenüber Einwände», sagt Thomas Furrer, Bauchef von Rapperswil‑Jona. Es habe zwar eine Einsprache aus der Anwohnerschaft gegeben. Diese sei aber vor Ablauf der Frist zurückgezogen worden; deshalb ist deren Inhalt dem Bauamt unbekannt.
Den geringen Widerstand führt Furrer auf die gute Kommunikation seitens Knies Kinderzoo zurück. Dessen Team habe die Bewohner des Südquartiers transparent und mehrmals über das Vorhaben informiert und die Diskussion nicht gescheut.
Problematisches Siegerprojekt
Dennoch wird nun in den Sozialen Medien hinterfragt, wieso im Vorfeld der Bautätigkeit die Stadtbildkommission (SBK) nicht intervenierte. Ein Irrglaube. Die SBK hatte sehr wohl Einwände, das beweisen Protokollauszüge der SBK: «Bezüglich Turbine auf dem Hut ist festzuhalten, dass ohnehin bereits ein sehr präsentes Gebäude entsteht und eine Überinszenierung dem Ganzen schadet.» Die erwähnte Turbine liessen die Projektverantwortlichen der Ghisleni und Partner AG nun weg.

