Abo

Politik

Heinigers Firma kann nicht liefern – verschickt aber schon Rechnungen

Das elektronische Patientendossier kommt nicht vom Fleck. Trotzdem schickt der grösste Anbieter den Spitälern Rechnungen für Leistungen, die es noch gar nicht gibt. Doch diese wehren sich nun – mit Erfolg.

Ab dem Frühling – rechtzeitig zum Ausbruch der Corona-Krise – hätten Patientinnen und Patienten schweizweit ein elektronisches Patientendossier eröffnen können sollen. So war es vom Gesetz und vom Bundesamt für Gesundheit vorgesehen. Das Ziel: Ärzte, Spitäler, Apotheken und andere Gesundheitsfachleute sollten rasch und einfach die Krankengeschichte eines Patienten durchsehen und so Fehler und Kosten vermeiden können. 13 Jahre nach dem Startschuss des Bundesrats.

Jetzt ist unklar, ob das je möglich wird. Die Einführung des elektronischen Patientendossiers, aber auch dessen «langfristige Zielerreichung» sei infrage gestellt, schreibt die Eidgenössische Finanzkontrolle. Sie ist das unabhängige Prüforgan des Bundes. Grund sei das Fehlen einer «zielgerichteten Steuerung» des Projekts.

Der Bericht wurde schon im vergangenen Sommer erstellt, aber erst kürzlich veröffentlicht. Damals, so heisst es im Bericht, behauptete das Bundesamt für Gesundheit noch, man werde das Patientendossier im April 2020 flächendeckend anbieten. Im März dieses Jahres verschob SP-Gesundheitsminister Alain Berset den Termin jedoch auf den «Herbst», weil keiner der Anbieter in der Lage war, eine pfannenfertige Lösung zu entwickeln. Jetzt schreibt das Bundesamt für Gesundheit auf Anfrage, es werde Frühjahr 2021.

Alles ist viel komplizierter

Probleme macht vor allem die Zertifizierung der Informatik. Sie ist noch im Gang. Die Firma SQS testet die Lösung des grössten Anbieters in der Deutschschweiz, der Axsana AG. Gleichzeitig testet der Bund, ob die Firma SQS die Zertifizierung richtig durchführt. Und beides kommt nicht vom Fleck.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?