Seit Montag gilt im öffentlichen Verkehr schweizweit eine Maskenpflicht. Unzählige Selfies und Bilder aus Zügen und Bussen werden seither über die sozialen Medien verbreitet. Und sogar Bundesrat Alain Berset liess sich erstmals überhaupt mit einer Maske ablichten – und das gleich neben einem Billettautomaten in einem Bahnhof. Die Message der Bilderflut: Die Schweizerinnen und Schweizer sind gewillt, den Gesichtsschutz zu tragen.
Doch eine systematische Datenanalyse von Personenströmen mithilfe künstlicher Intelligenz kommt für die Bahnhöfe zu einem anderen Schluss. Von mehr als 14’000 Personen, die am Montag an den Bahnhöfen Bern, Lausanne und Zürich zu Stosszeiten erfasst wurden, trugen mehr als 5000 keine Hygienemaske.
Das sind immerhin 37 Prozent; mehr als jede dritte Person war also ohne Maske unterwegs. Die Messungen basieren auf Videobildern und einem Algorithmus, der erkennt, ob jemand eine Maske trägt oder nicht.
ie Auswertung hat das auf Mobilität spezialisierte Unternehmen Swisstraffic im Auftrag von Tamedia durchgeführt, die Bewilligung erteilten die SBB sowie in einem Fall ein regionaler Verkehrsbetrieb.
Für die Messungen haben die Spezialisten von Swisstraffic mobile Kameras an gut frequentierten Standorten aufgestellt. Die Kameras filmten den Menschenstrom, und die Software wertete vor Ort aus, ob die Personen eine Maske trugen oder nicht. Dabei kam keine Gesichtserkennungssoftware zum Einsatz.

