Ein Zug gilt bei den SBB als verspätet, wenn er drei Minuten oder mehr zu spät ankommt. Selbst bei diesem engen Rahmen sind neun von zehn Zügen im Durchschnitt pünktlich unterwegs. Doch die Bundesbahnen sehen in diesem Punkt Verbesserungspotenzial und versuchen es mit einer anderen Messmethode.
2009 führten die SBB die sogenannte Kundenpünktlichkeit ein. Ein Wert, der volle Züge mehr gewichtet als leere. Für die SBB war bisher klar: «Bei der Messung der Pünktlichkeit gibt es zwei verschiedene Ansätze: die Zugpünktlichkeit und die gewichtete Kundenpünktlichkeit. Da wir möglichst viele Kundinnen und Kunden pünktlich ans Ziel bringen wollen, steht für die SBB die Kundenpünktlichkeit im Zentrum.» So steht es noch immer auf der Homepage der Bundesbahnen. Davon will der neue SBB-Chef Vincent Ducrot jetzt weg.
«Die neue Messung ist verständlicher und deshalb einfacher zu vermitteln.»
Ein Sprecher der SBB
In Zukunft soll die Zugspünktlichkeit entscheidend sein. Die Begründung: «Die neue Messung ist verständlicher und deshalb transparenter sowie einfacher zu vermitteln, denn sie zeigt das, was für Kundinnen und Kunden relevant ist – wie pünktlich der Zug unterwegs ist, unabhängig davon, wie viele Reisende mitfahren», sagt ein Sprecher.
Die neue Messung sei ein Paradigmenwechsel, da sie deutlich einfacher durchzuführen sei. «Sie besteht aus den Zugs- und Anschlusspünktlichkeiten im Personen- sowie der Sendungspünktlichkeit im Güterverkehr – alles Werte, die direkt messbar sind und keine Berechnung erfordern», so der Sprecher weiter.

