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Politik

Tierschützer protestieren gegen Tiger-Haltung

Der tödliche Angriff eines Tigers auf eine Pflegerin rief am Montag Tierschützer auf den Plan.

Nach dem tödlichen Angriff des Tigerweibchens Irina auf eine 55-jährige Pflegerin hatte der Zoo am Sonntag die gesamte Anlage für Besucher aus Pietätsgründen geschlossen. Am Montagmorgen öffnete er wieder die Tore, wobei die Zone rund um das Tigergehege abgesperrt wurde. Vor dem Zooeingang demonstrierten am Montagmorgen rund ein Dutzend Mitglieder des Vereins «Hilfe für Tiere in Not» gegen den Zoo Zürich. Die Tierschützer fordern ein Ende der Raubtierhaltung und hielten Schilder hoch, auf denen ein Tiger abgebildet war und Slogans standen wie «Zoo: unschuldig lebenslänglich», «Wildtierhaltung ist niemals artengerecht» und «Handel mit Zootieren stoppen».

Einer der Demonstranten, der Tierschützer Olivier Bieli, kritisierte gegenüber Tagesanzeiger.ch ganz allgemein das Konzept der Zoos. Diese würden unter dem Deckmantel des Artenschutzes Tiere zur Schau stellen. Gemäss Bieli müssten Tiger – wenn schon eingesperrt – in Auffangstationen leben können, wo sie nur gepflegt, nicht aber «ausgestellt» würden.

Augenzeuge: «Am Genick gepackt»

Wie es am Samstagnachmittag zum Angriff der Amurtigerin Irina auf eine 55-jährige Pflegerin kommen konnte, wird derzeit von der Polizei und der Staatsanwaltschaft untersucht. Die Behörden gehen von einem Arbeitsunfall aus. Das Sicherheitskonzept des Zoos sieht vor, dass sich Tierpfleger und Tiger nie zur gleichen Zeit im selben Gehege oder Raum befinden. Gepflegt wird ohne direkten menschlichen Kontakt. Zu möglichen Ursachen gibt der Zoo Zürich vorerst keine Auskunft. «Wir warten die Ergebnisse der Untersuchung ab», schreibt die Medienstelle am Montag auf Anfrage. «Sobald es dort Neuigkeiten gibt, werden wir wieder informieren. Wann dies der Fall sein wird, können wir nicht sagen.»

Ein Augenzeuge, der rund zwei Minuten nach dem Angriff vor Ort gewesen sein soll, sagt gegenüber dem «Blick»: «Der Tiger hat die Frau am Genick gepackt.» Offenbar hätten Besucher gegen die Absperrung gehämmert und Lärm gemacht, sagt der Augenzeuge weiter, doch habe sich die Tigerin nicht ablenken lassen. «Als wir ankamen, lag das Opfer hinter einem Baumstamm versteckt, direkt darüber der Tiger.» (hz)

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