Als Mitte März der Corona-Lockdown begann, musste alles sehr schnell gehen. Von einem Tag auf den anderen stellten die Schulen auf Fernunterricht um. Sie setzten dabei vielfach auch auf Onlineprodukte wie Zoom für Videokonferenzen oder Schabi.
Jetzt sind die Schulen wieder offen, doch es droht eine zweite Corona-Welle. «Es gibt bereits wieder Klassen, die daheim bleiben müssen, weil es Ansteckungen gab», sagt Urs Dietschi, Kantonsrat der Grünen. Mehrere Kantone sind davon betroffen. Im Kanton Zürich traf es letzte Woche in Kloten einen ganzen Hort; eine andere Schulklasse musste kürzlich vorsichtshalber zwei Tage lang zu Hause bleiben, wie eine Sprecherin der kantonalen Bildungsdirektion gestern auf Anfrage sagte.
Plötzlich lief ein Porno
Die Onlineprodukte für den Fernunterricht werden also teil- weise weiterhin gebraucht. Vor diesem Hintergrund wollte Dietschi wissen, wie es dabei um den Jugend- und Datenschutz steht. Schliesslich habe die kantonale Datenschutzstelle die Tools für den Fernunterricht in der Eile des Lockdown nur summarisch geprüft. Zudem hatte Dietschi von einem Politiker einer anderen Partei erfahren, dass auf Zoom bei einer virtuellen Parteikonferenz plötzlich ein Porno lief. «Und niemand wusste, wie man den wieder wegbringt.»
Also reichte der grüne Kantonsrat und Informatiker eine Anfrage an den Regierungsrat ein, mitunterzeichnet von Christoph Ziegler (GLP) und Carmen Marty Fässler (SP). Nun liegen die Antworten der Regierung vor. «Am 19. Juni 2020 endete die ausserordentliche Lage im Bund und im Kanton Zürich», heisst es darin. Und: «Während der Corona-Krise eingesetzte Produkte, die nicht alle Kriterien des Datenschutzes erfüllen, sind danach einer erneuten Risikoanalyse zu unterziehen und dürfen nicht mehr uneingeschränkt weiter genutzt werden.» Die kantonale Datenschutzbeauftragte werde Merkblätter als Entscheidungshilfe veröffentlichen.

