Seit Montagmorgen gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln der Schweiz Maskenpflicht. Wie gut sich Reisende im Oberland an diese neue Regel halten, zeigt ein ÖV-Streifzug vom urbanen Stettbach über den Greifensee bis ins abgelegene Tösstal.
Am Bahnhof Stettbach ist der Himmel leicht bewölkt, die Maskendichte beträgt 98 Prozent. Nur ein junger Mann sitzt ohne Mund-Nasen-Schutz in der Glattalbahn und wirkt dabei wie ein Patient unter lauter Chirurgen. Er habe die Maskenpflicht «voll vergessen» und am Morgen keine Zeit mehr gehabt, eine zu kaufen, sagt er und zupft leicht verlegen an seinen Haaren. Die anderen Passagiere lassen ihn in Ruhe. Viele sind mit der eigenen Maske beschäftigt, die ständig verrutscht.
Feuchte Luft zum Wegwerfen
Im Tram sitzt ein Mädchen, das ebenfalls mit seiner Maske zu kämpfen hat, respektive mit seiner Brille, die durch den feuchten Atem dauernd beschlägt und die Sicht aufs Handy raubt. Bald baumelt die Maske nur noch an einem Ohr. Die Passagierin weiter vorne hat die Disziplinlosigkeit bemerkt und schaut immer wieder über ihre Schulter, sagt aber nichts. Sie selbst trägt eine Maske der Marke «Ich schneid mir jetzt mal die Tagesdecke zurecht».

