Covid-19 breitet sich beunruhigend schnell wieder aus, nicht nur in der Schweiz, sondern in weiten Teilen der Welt. Trotzdem wird es für Ausländer schon ab Montag einfacher, in die Schweiz einzureisen. An diesem Tag lockert der Bund nämlich die Restriktionen, die er zu Beginn der ersten Corona-Welle im Frühjahr erlassen hat. Arbeitskräfte aus Drittstaaten – ausserhalb von EU und Efta – können ab dem 6. Juli wieder über das Kontingentsystem rekrutiert werden, so wie vor der Krise. Das bestätigte Cornelia Lüthy vom Staatssekretariat für Migration (SEM) am Freitag vor den Medien.
Ein nächster Öffnungsschritt ist für den 20. Juli vorgesehen: Knapp 20 Länder, die heute noch als Risikostaaten gelten, sollen dann von der entsprechenden Liste verschwinden. Für die Bürger dieser Länder fallen dann die Einreisebeschränkungen weg.
Vor zehn Tagen entschieden
Den Entscheid, die Hürden für die Einwanderung per 6. Juli zu senken, traf der Bundesrat am 24. Juni – «unter Berücksichti- gung der jüngsten pandemischen Entwicklung», wie es in der da- maligen Medienmitteilung hiess. An besagtem Tag zählte das Bundesamt für Gesundheit 44 Neu- infektionen in der Schweiz und Liechtenstein – gerade mal ein Drittel so viel wie gestern (134). Warum hält der Bund trotz des Anstiegs an seinem Plan für die Migranten fest?
Laut SEM-Vizedirektorin Lüthy betrifft der Lockerungs- schritt nur ein «sehr kleines Mengengerüst». Es habe auch mit geschlossenen Grenzen im- mer Ausnahmen für Arbeitneh- mende gegeben. Jetzt gehe es um die «letzten verbleibenden Arbeitnehmenden, die nicht wirtschaftlich wichtig im engeren Sinn sind: Au-pairs oder landwirtschaftliche Hilfskräfte zum Beispiel». Man spreche von wenigen Hundert Personen.

