Vielleicht war es die wichtigste politische Maxime von Christoph Blocher überhaupt: Wer es allein schafft, soll nicht dem Staat auf der Tasche liegen.
Seit 2008 verkörperte er selbst diese Maxime. Nach seiner Abwahl aus dem Bundesrat hätte dem SVP-Doyen ein Ruhegehalt für Magistratspersonen zugestanden. Rund 220’000 Franken pro Jahr, exakt die Hälfte eines Bundesratslohns. Doch Blocher verzichtete. Grosszügig. Konsequent. Er brauche das nicht, sagte er, der Selfmademilliardär und Pfarrerssohn, immer wieder. Er lebte, was er predigte. Harte protestantische Ethik und bürgerliche Selbstverantwortung.
Jetzt, kurz vor seinem 80. Geburtstag, erlebt Christoph Blocher einen fundamentalen Sinneswandel. Nach Gesprächen mit seinen Finanzfachleuten wurde er im Juni bei der Bundeskanzlei vorstellig. Blocher verlangte, dass ihm das Ruhegehalt nun doch ausgezahlt werde. Und zwar nicht nur für das laufende Jahr, sondern für alle Jahre seit seiner schmerzhaften Abwahl im Dezember 2007.
Ein vertrauliches Geschäft
Die Bundeskanzlei ermittelte einen Anspruch von 2,77 Millionen Franken und schickte Blochers Ruhegehaltsforderung als «vertrauliches» Geschäft in den Bundesrat. Dieser stimmte am Mittwoch im Grundsatz zu.

