Das kleine Häuschen am Käppeliweg wurde 1825 erbaut und war bis 1983 im Besitze der Gemeinde. Seither erlebte es dreimal einen Besitzerwechsel. Ihm haftet eine besondere Geschichte an. Am besten lässt man Robert Gubler erzählen, der sich im Jahre 1946 in der «Historischen Plauderei» dem Chäppeli widmete (siehe Box).
Er schreibt darin, dass manch eine Mutter zu einem unfolgsamen Kinde sagte: «Sei hübsch brav und folge, sonst kommst du ins Chäppeli.» Der einfache Bau war tatsächlich ein Gefängnis, davon zeugen noch heute die Gitter an den Fenstern im Obergeschoss.
Dorfpolizist kam vorbei
Letzter Hauswart war Jakob Kästli, der nahe des Chäppelihauses wohnte. Er betreute das Häuschen und war für die Verpflegung der Nutzer zuständig. Seine in Rämismühle wohnhafte Tochter Martha Thalmann-Kästli erinnert sich zurück: «Der Dorfpolizist kam vorbei und wies den Vater an, sich um die zur Ausnüchterung untergebrachten Leute zu kümmern. Zuletzt waren es wirklich nur noch solche Fälle, die dort nächtigten. Mein Vater musste jeweils Brot und Milchkaffee in einem Chacheli bringen.»

