Seit der Bundesrat Anfang Juni die Einreisebeschränkungen gelockert hat, haben Reisende wiederholt das Virus in die Schweiz eingeschleppt. So sind zum Beispiel sechs Männer aus Chur nach einem Party-Wochenende in Serbien infiziert zurückgekehrt. Dutzende von Personen wurden daraufhin in Quarantäne gesetzt. Nun reagiert der Bundesrat: Alle Personen, die aus Risikogebieten einreisen, müssen sich künftig in Quarantäne begeben.
Ab wann gilt die neue Regelung?
Sie gilt ab nächstem Montag, 6. Juli.
Wie läuft die Einreise ab?
Reisende, die aus Risikogebieten in die Schweiz kommen, werden im Flugzeug, im Reisecar oder im Auto am Grenzübergang darüber informiert, dass sie sich in Quarantäne begeben müssen. Sie sollen sich spätestens nach zwei Tagen bei den Kantonsbehörden melden und dann während zehn Tage an ihrem Aufenthaltsort in Quarantäne bleiben.
Welche Länder gelten als Risikogebiete?
Schweden und Serbien dürften zu Risikoländern erklärt werden. Gesundheitsminister Alain Berset erwähnte die beiden Staaten am Mittwoch explizit. Das Bundesamt für Gesundheit wird eine Liste der Länder erstellen und sie regelmässig anpassen. Die definitive Liste der Risikoländer und -gebiete wird voraussichtlich am Donnerstag veröffentlicht.
Kann das Grenzwachtkorps (GWK) die entsprechenden Einreisekontrollen überhaupt durchführen?
Finanzminister Ueli Maurer, dem das Grenzwachtkorps untersteht, geht davon aus, dass die Quarantänepflicht eine abschreckende Wirkung haben wird. Wenn man sich nach der Rückkehr in die Schweiz in Quarantäne begeben müsse, werde man sich eine Reise in ein Risikolandgut überlegen. Solange es sich um zwei, drei Länder handle, könne das GWK die Grenzkontrollen bewältigen. Falls die Schweiz mehr Staaten zu Risikoländern erklärt, kommt für Maurer eine generelle Grenzschliessung wieder aufs Tapet.

