In die Zürcher Tanz- und Partyclubs darf ab Freitag nur noch, wer sich überprüfbar richtig ausweist und seine richtige Handynummer angibt. Mit dieser Ver fügung reagiert die Zürcher Ge sundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) auf den Super spreader-Fall im Flamingo-Club. Ein mit dem Coronavirus infizierter Gast hatte dort kürzlich fünf Personen angesteckt. Die Gesundheitsdirektion wollte daraufhin alle 300 Flamingo-Gäste in Quarantäne schicken. Doch das erwies sich als schwierig, denn viele hatten falsche Kon taktdaten angegeben.
Erfassen müssen die Clubs nun Vor- und Nachnamen sowie Postleitzahlen aller Gäste, zudem deren Handynummern und E- Mail-Adressen, wie Christian Schuhmacher von der Rechtsabteilung der Gesundheitsdirektion sagte. «Die Clubs müssen die Identität der Besucher beim Einlass prüfen», fügte er an.
Gästeliste innert zwei Stunden
Dies habe anhand der Identitäts karte oder sonst eines amtlichen Ausweises zu erfolgen. Auch die Handynummer müsse überprüft werden, etwa per Anruf des Tür stehers oder über das Online-Ti cketing-System des Clubs, falls die Gäste den Vorverkauf nutzen. Zudem müssen ein bis drei Clubvertreter täglich von 7 bis 22 Uhr erreichbar sein und den Behörden innert zwei Stunden die Gästelisten übermitteln können, wie es weiter in der gestern den Medien präsentierten Verfügung heisst. Der Datenschutz sei durch die Clubbetreiber zu ge währleisten.
«Es muss funktionieren», sagte Schuhmacher. «Clubs sind ein Hotspot für die Ausbreitung von Covid-19.» Im Flamingo-Club werde die Gesundheitsdirektion am Donnerstag überprüfen, ob er ein entsprechendes Ticketing-System habe. Clubs, die die Auflangen nicht erfüllen, drohe die Schliessung. Eine generelle Schliessung der Clubs zur Corona-Prävention wäre laut Rickli aber unverhältnismässig.

