Nach der Aufregung um die Dubler-Süssspeisen und den eingestampften Kartontaschen konnte die Migros beim Thema Plastik-Recycling öffentlich punkten. Der Tenor in den Medien war positiv, eine gute Sache sei es. Nur zwei Wochen später hat sich der vermeintliche PR-Coup ins Gegenteil gedreht. Denn die Migros hat ihre Hausaufgaben nicht gut genug gemacht.
Das Brimborium war riesig: An einer eigens einberufenen Pressekonferenz erklärte die Migros den Medien im Detail die Vorzüge des Plastik-Recyclings. Zwei Wochen später muss der orange Riese nachbessern. Ausgerechnet bei der Migros-Genossenschaft Luzern, dort wo die Pilotphase diese Woche starten sollte, gibt es nun Verzögerungen. Der Grund: Die Migros hat zu spät mit den Behörden gesprochen.
Alles, was Siedlungsabfall von Haushalten betrifft – und dazu gehört Plastikabfall –, obliegt dem Monopol des Gemeinwesens. In den Kantonen und Gemeinden kann darüber entschieden werden, wie dieses Monopol ausgestaltet wird. Dafür braucht es eine Konzession für das Sammeln von Plastikabfall, so wie es die Migros vorhat. Doch diese liegt bis heute nicht vor. «Die Gespräche laufen aktuell, unter anderem wird auch die Vergabe einer Konzession geklärt», sagt eine Migros-Sprecherin. Die Gespräche führt die Migros mit den Zentralschweizer Abfallzweckverbänden.
«Aus Gründen der Vertraulichkeit wurden die Kantone und Gemeinden relativ knapp informiert.»
Migros-Sprecherin
«Es war bis zum Schluss nicht klar, ob die Punkte zur gemeinsamen Zusammenarbeit bereits so spruchreif sein werden, dass man trotzdem am Montag schon hätte starten können», erklärt die Sprecherin die späte Kommunikation. Denn eigentlich sollte am Montag der Pilot in der Zentralschweiz starten. Am gleichen Tag also, als die Migros die Verschiebung publik machen musste.

