Masken schützen nur die anderen, haben wir im Frühling immer wieder gehört, und helfen bei der Eindämmung kaum. Doch dieser Wissenstand aus den Anfangstagen der Pandemie ist überholt. Heute weiss man, dass das so nicht stimmt. Verschiedene Studien haben in den letzten Wochen zwei Dinge gezeigt: Maskentragen ist nicht nur ein Akt der Solidarität, sondern eine Maske schützt auch die tragende Person, zu einem gewissen Mass vor einer Ansteckung.
Auch können Masken die Übertragungsraten in der Öffentlichkeit um bis zu 80 Prozent senken. Das sagt die Science Task Force des Bundes in einem aktuellen Bericht, den die Forscher am Montag veröffentlichten. Im Bericht geht es darum, wie man am besten auf wieder ansteigende Fallzahlen reagieren soll. Eine der Massnahmen ist die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und überall dort, wo man sich sonst zu nahe kommt.
«Jemand, der eine Maske trägt, senkt nicht nur das Risiko, andere anzustecken, sondern ist auch selbst weniger gefährdet.»
Aus dem Bericht der Schweizer Sience Task-Force
Die Schweizer Experten zitieren im Bericht eine gross angelegte Untersuchung, die im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang Juni erschienen ist. Eine internationale Forschergruppe hat eine grosse Anzahl Studien mit insgesamt über 25'000 Teilnehmern ausgewertet und überprüft, was am ehesten eine Ansteckung verhindert. Damals konnten die Wissenschaftler auch auf Studien zurückgreifen, in denen es um Coronaviren ging.
Zu Beginn der Pandemie basierten die meisten Schutzkonzepte auf bisherigen Erfahrungen mit Grippe. «Gesichtsmasken schützen nicht nur das Gesundheitspersonal, sondern auch Menschen im öffentlichen Raum vor Ansteckung», schreiben die US-Forscher. Die Experten der Schweizer Task Force hatten deshalb erst kürzlich in einem weiteren Bericht festgehalten: «Jemand, der eine Maske trägt, senkt nicht nur das Risiko, andere anzustecken, sondern ist auch selbst weniger gefährdet.»

