Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

In Pfäffikon kann man neu im Kino heiraten

Um trotz Abstandsregeln möglichst vielen Gästen die Anwesenheit an zivilen Hochzeiten zu ermöglichen, haben die Verantwortlichen des Zivilstandsamts Pfäffikon neue Lösungen gesucht. Und sind im Kino Rex fündig worden.

Viele Brautpaare haben ihre Hochzeit verschoben, andere müssen umdisponieren. , Ein etwas anderes Trauzimmer: Nun wird in Pfäffikon auch auf der Rex-Bühne geheiratet.

PD

In Pfäffikon kann man neu im Kino heiraten

Das lang geplante und ersehnte Hochzeitsfest, ein Traum in Weiss, eine mehrstöckige Hochzeitstorte… Bei vielen Brautpaaren wurde die Vorfreude auf diesen speziellen Tag mit dem Beginn der Coronapandemie in ein stetes Auf und Ab der Gefühle, in banges Hoffen oder gleich pure Verzweiflung verwandelt. Doch nicht nur die Festivitäten rund um die Heirat, auch die eigentliche, offizielle Vermählung von Braut und Bräutigam auf dem Standesamt wird durch die Sicherheitsvorgaben des Bundes beeinflusst.

«Wir haben mit den Paaren mitgelitten.»

Bianca Boos Germann, Leiterin Zivilstandsamt

Im Zivilstandskreis Pfäffikon, zu dem auch die Gemeinden Fehraltorf, Hittnau, Russikon und Wildberg gehören, werden jährlich rund 110 Ehen geschlossen. «In der letzten Zeit sind wir viel am Telefon mit besorgten Brautpaaren», sagt Bianca Boos Germann, Leiterin des Zivilstandsamt. Manche verschieben die Trauung nur um ein paar Wochen oder Monate. «Sogar bis in den Dezember, der normalerweise relativ unbeliebt für Hochzeiten ist.» Andere würden die Trauung gleich um ein Jahr verschieben oder ganz absagen.

Nur noch 10 statt 20 Personen

Das Trauzimmer im Pfäffiker Gemeindehaus, in dem für gewöhnlich alle Hochzeiten des Zivilstandskreises stattfinden, würde eigentlich Platz für rund 20 Personen bieten. Bis zum 5. Juni wurden die Trauungen jedoch aufgrund der Coronapandemie lediglich im Beisein von Brautpaar und Trauzeugen durchgeführt. «Da haben wir mit den Paaren schon mitgelitten», sagt Boos Germann.

Mit den aktuellen Vorschriften dürfen sich nun zehn Personen in diesem Raum aufhalten – inklusive Standesbeamtin. Zwischen allen Personen, ausser dem Brautpaar, wird ein Abstand von einem Meter vorgeschrieben.  Dies bedeutet, dass neben dem Brautpaar, den Trauzeugen und den Eltern kaum Platz für weitere Gäste besteht. Gerade für Brautleute mit Patchworkfamilien stelle dies ein Problem dar.

Darum hätten die Verantwortlichen des Zivilstandsamts aktiv nach einer Lösung für dieses Problem gesucht. «Da mittlerweile wieder grössere Gruppen in Restaurants essen und feiern dürfen, wollten wir auch die zivilen Trauungen für 20 Personen ermöglichen», sagt Boos Germann.

Brautpaar auf der Bühne

Im Kino Rex im Chesselhuus wurden sie fündig. «Da momentan nicht viele Anlässe in diesem Raum stattfinden, konnten wir mit dem Verein, der das Kino betreibt, eine gute Lösung finden.» So werden Braut und Bräutigam auf der Bühne getraut, die Gäste sitzen in den Zuschauersesseln – wobei je eine Reihe ausgelassen wird.

«Das ist natürlich ein komplett anderes Ambiente, als man es sich von gewöhnlichen Trauungen gewohnt ist», sagt Boos Germann. Denn es dringt kein Tageslicht in den Raum, die Bühne mit den Brautleuten wird extra beleuchtet, während die Gäste im Dunkeln sitzen. Einige Paare hätten sich bereits im Rex trauen lassen. «Wer sich auf die spezielle Situation eingelassen hat, war dann auch sehr angetan.»

«Die Mehrheit der Paare möchte im Gemeindehaus bleiben.»

Bianca Boos Germann, Leiterin Zivilstandsamt

Um im Kinosaal Trauungen durchführen zu können, musste das Zivilstandsamt eine Bewilligung bei der kantonalen Aufsichtsbehörde einholen. «Da wir diese jetzt haben, könnten wir in Zukunft weiterhin Trauungen im Rex durchführen, auch wenn Abstandsregeln kein grosses Thema mehr sind», sagt Boos Germann. Mit dem Verein habe man über solche langfristigen Pläne aber noch nicht gesprochen.

Die Mehrkosten, die für die Brautleute anfallen, sind überschaubar: 100 Franken an den Verein für die Miete des Raumes plus 50 Franken an die Gemeinde für die «auswärtige» Trauung. Und doch: «Die Mehrheit der Paare möchte im Gemeindehaus bleiben», sagt Bianca Boos Germann. «Sie verzichten lieber auf mehr Gäste als auf das Trauzimmer, in dem zum Teil bereits ihre Eltern vermählt wurden.»

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns