Herr Dressen, Sie sind seit 1. April im Zoo Zürich. Mitten in der Pandemie, ohne Besucher. Wie war dieser Start?
Ziemlich surreal. Für einen Zoo ist das angsteinflössend. Man fragte sich: Wie lange dauert das? Halten wir das wirtschaftlich durch? Es hat mich sehr berührt, dass es dem Betrieb trotzdem gelungen ist, mich offen willkommen zu heissen.
Konnten Sie die Abläufe überhaupt kennen lernen?
Ausser den Tierpflegern waren alle in Kurzarbeit. Das Kennenlernen über Zoom war schon nicht das Wahre. Aber ich konnte mir die Tierpflege intensiv anschauen und einmal auf jeder Anlage stehen.
Zur Person
Severin Dressen ist in Köln geboren und in Aachen aufgewachsen. Er studierte Biologie in Berlin und in London. Sein Doktorat in Zoologie machte er an der Universität Oxford. Schon als Kind faszinierten ihn Tiere, etwa die Kröten in Teich der Siedlung. Zugleich sorgte er sich um diejenigen Tiere, die auf ihrer Wanderung überfahren wurden. Deshalb schloss er sich der Tierschutzgruppe an und begann, die Amphibien über die Strasse zu tragen. Die Faszination und die Sorge um die Tiere prägten ihn bis heute, sagt Dressen. Als Dreizehnjähriger machte er sein erstes Sommerpraktikum im Zoo. Seither arbeitete er in Zoos und Naturschutzgebieten in Deutschland, Spanien und Argentinien, zuletzt als stellvertretender Zoodirektor im Zoo in Wuppertal. Seit Januar wohnt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in der Schweiz. Das zweite ist während des Corona-Lockdown in Zürich geboren. (kme)
Sind Sie spezialisiert auf eine Tierart?
Nein, ich habe kein Fachgebiet. Für mich stand das Ziel Zoodirektor schon als Dreizehnjähriger fest. Dafür muss man ein Allrounder sein.

