Herr Glättli, noch nie in der Geschichte der Grünen konnte ein neuer Präsident so viel verlieren. Und so wenig gewinnen.
Balthasar Glättli: Ich sehe es anders: Noch nie in der Geschichte der Grünen konnte ein Präsident auf eine so gut aufgestellte Partei bauen, auf so viele kompetente Leute.
Aber die Fallhöhe ist riesig.
Erfolg, wie wir ihn bei den Wahlen hatten, ist in erster Linie etwas Positives. Aber schon klar: Abgerechnet wird in vier Jahren. Als Präsident habe ich eine Verantwortung gegenüber meiner Partei und muss etwas aus diesem Erfolg machen. Das ist eine Herausforderung.
Wie wichtig ist Ihnen Ihre politische Karriere?
Es ist kein Zufall, dass ich mit 26 Jahren zum damals jüngsten Stadtzürcher Gemeinderat gewählt wurde. Mir war es immer wichtig, eine Rolle zu spielen. Gehört zu werden, eine institutionelle Verankerung zu haben. Bei aller Bescheidenheit: Politik kann ich besser als anderes in meinem Leben. Insofern: Ja, die politische Karriere ist mir wichtig. Aber wenn Sie mir nun die unausweichliche Frage stellen…
… welche Frage ist unausweichlich?
… jene, ob mein Kampf für einen Sitz der Grünen im Bundesrat mit einer Bundesratskandidatur von Balthasar Glättli endet.
Und?
Die Antwort ist nein.

