Die Frage beschäftigt die Pharmabranche wie die Regierenden: Wer entwickelt als Erster einen Impfstoff gegen das Coronavirus? Und welcher Staat bekommt ihn als erster, um seine Bevölkerung zu schützen?
Experten erwarten, dass im kommenden Jahr ein Impfstoff verfügbar sein wird. Aber noch bevor klar ist, welche Forschungsprojekte Erfolg haben werden, ist das Rennen der Staaten um Impfungen bereits voll im Gang. «Der Bund will sich einen schnellen Zugang für die schweizerische Bevölkerung zu einem Impfstoff sichern», sagt BAG-Sprecherin Katrin Holenstein. Dazu reserviert er bei Firmen vor, die an einem Impfstoff forschen. Dafür will der Bund 100 Millionen Franken ausgeben. Für den eigentlichen Impfstoff-Kauf stehen dann noch einmal 200 Millionen Franken bereit. In den nächsten Wochen sollen Experten entscheiden, auf welche Firmen und Impfstoff-Kandidaten die Schweiz setzt.
Das ist eine riskante Wette. Denn es gibt über 100 Impfstoffprojekte und es ist nicht klar, welche am Ende Erfolg haben werden. Das hindert einzelne Staaten nicht daran, bereits ihre Wahl des Impflieferanten zu treffen. Für die Europäische Union sind die vier Länder Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande vorausgeeilt und haben eine eigene Impfstoffallianz gegründet. Sie hat bei der britisch-schwedischen Pharmafirma AstraZeneca bis zu 400 Millionen Impfstoffdosen vorbestellt. Dafür geben auch sie schon jetzt Geld aus. Wie hoch der Betrag ist, ist nicht bekannt. Deutschland will sich zudem mit 300 Millionen Euro an der Firma Curevac beteiligen, die einen Impfstoffkandidaten entwickelt.
Zeit zur Vorbereitung
Auch die USA ha ben mit AstraZeneca schon Vorverträge für 300 Millionen Dosen geschlossen und soll für den Aufbau der Produktionskapazität 1,3 Milliarden Dollar versprochen haben. Der US-Riese hat zudem mit Grossbritannien und der Internationalen Impfallianz Gavi Vorverträge unterzeichnet. Und mit Indien hat die Firma sich auf eine Lizenzierung geeinigt: Das Land will eine Milliarde Impfdosen für Entwicklungs- und Schwellenländer produzieren. Immer vorausgesetzt, dass der zusammen mit der Universität Oxford entwickelte Impfstoff tatsächlich wirksam und auch sicher ist.

