Der Hunger auf Hühnchen wächst. Schweizerinnen und Schweizer essen mittlerweile 14,2 Kilogramm pro Jahr und Kopf; vor 15 Jahren waren es erst 8 Kilogramm. Poulet gilt als gesund, weil es fettarm ist.
Der Boom hat jedoch eine Kehrseite – zumindest aus Sicht des Schweizer Tierschutzes (STS). «Beim konventionell hergestellten Geflügelfleisch ist der Preiskampf ruinös, die Preise werden künstlich tief gehalten», sagt Stefan Flückiger, Geschäftsführer Agrarpolitik beim STS.
Die Tierschützer haben zusammen mit Experten der Metzgertreuhand den Markt beim Geflügelfleisch analysiert. Die Untersuchung, über die die SRF-Sendung Espresso am Dienstagmorgen berichtet hat und die auch dieser Zeitung vorliegt, wartet mit detaillierten Zahlen auf. Bei den beiden Grossverteilern Coop und Migros kostet ein Kilogramm Poulet, das von Tieren aus Freiland- oder Biohaltung stammt, 54,40 Franken respektive 57,80. Deutlich günstiger ist mit 33,50 Franken das konventionell hergestellte Poulet. Und nochmals um durchschnittlich rund 10 Franken billiger ist dasselbe Poulet bei Aldi, Denner und Lidl; die drei Discounter führen laut Studie keine Bio- und Freilandpoulets.
Nur kleiner Anteil Bio und Freiland
Hier, in dieser Tiefpreiszone, geht es um das grösste Stück des Kuchens: In der Schweiz werden pro Jahr schätzungsweise 72 Millionen Hühner geschlachtet. Der Grossteil davon lebte vor seinem Tod nach den Vorgaben des Bundesprogrammes BTS, also in Bodenhaltung.

