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«Auch Bäume haben ein Ablaufdatum»

Die dreistämmige Esche direkt neben dem Pfäffiker See-Imbiss muss gefällt werden. Ein sensibles Thema, gab es doch vor wenigen Jahren grosse Protestaktionen gegen Baumfällungen am Seequai. Nun hofft die Gemeinde auf mehr Verständnis.

Das Areal unter der Esche musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

PD

«Auch Bäume haben ein Ablaufdatum»

Fallen die Begriffe Baum, Fällung und Seequai im gleichen Satz, dürfte dies bei einigen Pfäffikern eine spontane Schnappatmung und Erinnerungen an den Sommer 2014 auslösen. Damals sollte eine Baumgruppe gefällt werden, die im Zuge eines Bauprojektes am Stogelenweg einer Wasserleitung im Weg stand. Die Pfäffiker SP hatte darum mit den Pfäffiker Grünen eine Petition lanciert, um die Wasserlegung zu verlegen und die Bäume zu retten.

Sie fürchteten, diese würden nur gefällt, um den neuen Anwohnern eine freie Sicht auf den See zu ermöglichen. Der Gemeinderat hielt stets dagegen, es sei eine rein finanzielle Entscheidung. Die Verlegung des Wasserkanals hätte Mehrkosten für die Gemeinde im sechsstelligen Bereich ausgelöst. Darum konnten auch die 3900 Unterschriften das Schicksal der sechs Bäume nicht verhindern, die in der Folge gefällt wurden.

Über 3800 Unterschriften für Pfäffiker Bäume

16.07.2014

In Pfäffikon wurde im Schnellzugstempo für die Petition zum Erhalt der Bäume am Seequai gesammelt In Pfäffikon wurde im Schnellzugstempo für die Petition zum Erhalt der Bäume am Seequai gesammelt. Nun hoffen die Initianten mit den über 3800 Unterschriften auf Gehör beim Gemeinderat.

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Nun kündigt das Pfäffiker Bauamt weitere Schritte in Sachen Holzschlag an: Insgesamt vier Bäume am Seequai sollen gefällt werden. Dieses Mal nicht wegen eines Bauprojektes, sondern aufgrund ihres schlechten gesundheitlichen Zustandes. «Dies haben unabhängige Begutachtungen von Fachverständigen ergeben», sagt Bennie Lehmann, stellvertretender Gemeindeschreiber.

Vermehrte Sturmschäden

Besonders stark betroffen sei die grosse dreistämmige Esche direkt neben dem See-Imbiss. «Aufgrund ihres dürren Astwerkes stellt sie eine Gefahr für Passanten und Gäste dar», sagt Lehmann. Das gefährdete Gebiet habe aus Sicherheitsgründen bereits abgesperrt werden müssen. In der näheren Umgebung dieser Esche befinden sich weitere drei kleine rotblättrige Ahornbäume, die ebenfalls in einem schlechten Zustand sind.

«Gerade wegen der sensiblen Vorgeschichte wollten wir so lange wie möglich eine Fällung verhindern», führt Lehmann aus. Bei den diversen Unwettern in den letzten Monaten seien jedoch immer mehr Äste heruntergefallen, sodass man nicht weiter habe zuwarten können. «Leider haben auch Bäume ein Ablaufdatum.»

«Aus Sicherheitsgründen gibt es gar keine Alternative als die Fällung.»

Bennie Lehmann, stellvertretender Gemeindeschreiber

Veränderte Bedingungen wie Trockenheit, aber auch Oberflächenumgestaltungen hätten dazu geführt, dass sich die Lebensräume dieser Bäume stets verschlechtert haben. Bei einer weiteren, grossen Esche, die sich zwischen Museum und See-Imbiss befindet, wird erst einmal ein Pflegeschnitt ausgeführt. «Ob wir die Fällung der betroffenen Bäume mit rechtzeitigen, ähnlichen Massnahmen hätten hinauszögern können, kann ich nicht beurteilen. »

Ersatzstandorte noch nicht festgesetzt

Damit der See-Imbiss seinen Betrieb möglichst rasch im gewohnten Rahmen führen kann, soll die Fällaktion der Bäume, die nicht im kommunalen Baumschutz enthalten sind, bereits in den nächsten Tagen umgesetzt werden. Im Rahmen des neuen Seeimbiss-Projekts seien jedoch Ersatzbepflanzungen vorgesehen. Da diese Planungsarbeiten derzeit laufen, können die definitiven Ersatzstandorte gemäss Lehmann aber noch nicht festgelegt werden.  

Grundsätzlich hofft er darauf, dass der emotionale Aufschrei aus der Bevölkerung dieses Mal ausbleiben wird. «Ich glaube, wenn die Pfäffikerinnen und Pfäffiker genug gut informiert sind, werden sie diesen Schritt auch verstehen», so Lehmann. «Aus Sicherheitsgründen gibt es gar keine Alternative als die Fällung.»

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