Die Primarlehrerin Karin Brühwiler behandelt aktuell mit ihren Schülerinnen und Schülern die Geschichte Turbenthals. Doch reine Theorie sei nicht so nachhaltig, wie wenn man den Unterrichtsstoff bildlich vor Augen habe, fand die junge Lehrerin. Deshalb fragte sie beim Verein für ein Ortsmuseum an, ob ein historischer Rundgang möglich sei. Vorstandsmitglied Christian Meier, in Turbenthal aufgewachsen und hier verwurzelt, führte deshalb am letzten Freitagnachmittag die Viertklässler an verschiedene Orte mit geschichtlichem Hintergrund.
Vom Kirchenturm und Fabrikkanal
Der Start erfolgte beim 1915 erbauten Schulhaus Risi, wo die Schülerinnen und Schüler den Unterricht besuchen. Er selber sei hier ebenfalls zur Schule gegangen, sagte Meier: «Aber auch meine Mutter und Grossmutter.» Die Schulkinder wurden danach an die St. Gallerstrasse geführt, wo man einen guten Blick auf zwei geschichtsträchtige Gebäude hat. Zum einen ist es das Schloss Turbenthal, das schon über 100 Jahre gemeinnützig genutzt wird.
«Warum hat es denn einen Gockel ganz oben?»
Frage einer Schülerin
Zurückzuführen ist es allerdings auf die Herren von Breitenlandenberg, die nebst der Höhenburg auf dem nahen Hügel ein zweites Domizil wollten. Heute ist das Schloss ein Bestandteil des kompakten Gehörlosendorfes, das einst unter dem Namen Taubstummenanstalt bekannt war. Die Breitenlandenberger waren vor 500 Jahren zudem massgeblich dafür verantwortlich, dass die reformierte Kirche habe gebaut werden können, erzählte Meier weiter: «Der Turm ist aber nicht so alt, er ist vor gut 100 Jahren entstanden.»

