Dank dem grossen Einsatz des Gesundheitspersonals hat die Schweiz die erste Corona-Welle gut gemeistert. Am Mittwoch kann sich der Ständerat bei der Beratung der Pflegeinitiative erkenntlich zeigen und das Personal belohnen.
Es herrscht in der Bevölkerung zu Recht grosser Respekt gegenüber dem Pflegepersonal und den Ärzten. Aber Anerkennung verdienen auch andere, die in der Krise eine wichtige Rolle spielten: das Verkaufspersonal in den Läden, Schalterpersonal oder Paketboten. Zugleich hat ein grosser Teil der Arbeitnehmer sehr flexibel reagiert, digital aufgerüstet und die Wirtschaft am Leben erhalten – oft unter der Zusatzverpflichtung des Homeschooling der Kinder.
Haben jene, die Leben retteten und Kranke pflegten, nicht besondere Verdienste?
In der Debatte über die Pflegeinitiative ist es wichtig, zu unterscheiden, welche Probleme krisenbedingt waren und was im Normalzustand nicht gut läuft. Ein Teil des Personals war in den letzten Wochen stark exponiert, jene, die direkt mit Corona-Patienten beschäftigt waren. Dann gab es aber andere, etwa in der Orthopädie, in Rehakliniken, die zu Hause bleiben mussten, weil der Bundesrat nicht dringende Eingriffe verboten hatte.
«Nicht nur manche Pflegende oder Ärzte waren während der ersten Pandemiewelle exponiert, auch das Reinigungspersonal verdient grosse Anerkennung.»
Jérôme Cosandey, Forschungsleiter für Sozialpolitik beim Thinktank Avenir Suisse

