In den 1960er Jahren kannte jedes Kind den Namen Schwarzenbach. Der rechtskonservative Zürcher Nationalrat mit aristokratischem Auftreten und feinen Manieren hatte einem Anliegen der damaligen Nationalen Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat seine Unterstützung und seinen Namen gegeben. Die Wogen gingen im Vorfeld der Abstimmung vom 7.Juni 1970 hoch, vereinzelt kam es sogar zu Schlägereien.
Die Initiative wurde damals mit 54 Prozent Nein-Stimmen verworfen. Das knappe Resultat hatte aber keiner kommen sehen, denn alle Parteien, Verbände, Organisationen, die Presse und auch die Kirche waren dagegen. Die Stimmbeteiligung lag bei fast 75 Prozent, nur die AHV-Abstimmung von 1947 hatte noch mehr mobilisiert. Wobei zu präzisieren ist: Abstimmen durften in jener Zeit nur Männer.
Die Angst vor Überfremdung
Dabei war das Anliegen nicht neu: Der Zuzug von ausländischen Arbeitern, namentlich Italienern, verursachte bei vielen Schweizern Unbehagen. Und die Zahlen waren tatsächlich auch beträchtlich. Der Ausländeranteil war in den Jahren der Hochkonjunktur massiv gestiegen: War er 1950 noch 6,1 Prozent, so betrug er 1960 bereits 10,8 und im Jahr 1970 17,2 Prozent.
Der Bundesrat begann bereits in den frühen 1960er Jahren mit einer Kontingentierungspolitik, die Zahl der Ausländer zu beschränken. Ein Rotationsprinzip, das sogenannte Saisonnier-Statut, sollte verhindern, dass die ausländischen Arbeiterinnen und Arbeiter dauerhaft in der Schweiz sesshaft wurden. Bereits Ende der 1950er Jahre hatten Gewerkschaften vor Lohndumping gewarnt.

