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Politik

SBB weibeln für ein rasches Ende von Homeoffice

Wer kann, soll weiterhin zu Hause arbeiten, empfiehlt der Bund. Doch die ÖV-Betriebe wollen ihre Passagiere zurück. Sie lobbyieren hinter den Kulissen – und das BAG diskutiert über eine Maskenpflicht.

Trotz all der Lockerungen in den vergangenen Wochen könnte die Botschaft des Bundesamtes für Gesundheit klarer nicht sein: «Arbeiten Sie wenn möglich weiter von zu Hause aus.» Die Behörden empfehlen also weiterhin, zum Schutz vor dem Coronavirus Kontakte zu reduzieren. Ausgerechnet den SBB passt die Homeoffice-Empfehlung aber offenbar nicht mehr. Sie wollen ihre Zugpassagiere zurück. Die Empfehlung des Bundes habe «grosse Auswirkungen auf die Pendlerströme», heisst es in einem vertraulichen Sitzungsprotokoll der Transportunternehmen im öffentlichen Verkehr, das dem Tages-Anzeiger vorliegt.

Mit der Homeoffice-Empfehlung des Bundes soll Schluss sein, lobbyieren die SBB. Wörtlich heisst es im Protokoll zur Arbeit zu Hause: «Die SBB haben deshalb lanciert, dass im Bundesstab für Bevölkerungsschutz eingebracht wird, diese Aussage jetzt zu relativieren, da viele Unternehmungen wieder zur Normalität zurückkehren werden.»

SBB-Sprecher Martin Meier erklärt auf Anfrage, man habe beim Bund keinen Antrag gestellt und das Thema unter vielen an der Sitzung besprochen. Er betont aber auch, dass man sich als «Systemführer Schiene» im Interesse der ÖV-Unternehmen durchaus beim Bund einbringe. Und: «Es ist im Interesse aller, wenn der ÖV – unter Einhaltung des Schutzkonzeptes – wieder stärker genutzt wird.» Das würde die Strassen entlasten und ergebe auch aus ökologischer Sicht Sinn.

Bundesamt setzt weiter auf Empfehlung

Das Bundesamt für Gesundheit hält derweil an der Empfehlung für Homeoffice fest: «Solange ein Teil der Arbeitstätigen im Homeoffice arbeitet, hat es in den Büros mehr Platz und im ÖV weniger Gedränge. Beides reduziert das Übertragungsrisiko», sagt BAG-Sprecher Daniel Dauwalder. Über allfällige Lockerungen bei den Empfehlungen entscheide der Bundesrat.

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