Jetzt sind es gerade drei Monate her, seit der Bundesrat einschneidende Massnahmen zum Schutze der Bevölkerung anordnete. Langsam kehrt wieder Alltag ein, doch die Folgen der Krise werden wir noch lange spüren. Vor allem die Kombination von psychischer und wirtschaftlicher Belastung kann sich als gefährlicher Cocktail herausstellen.
«Angesichts des Leides, welches dieses Virus über die Welt brachte, ist jeglicher Sarkasmus fehl am Platz.»
Nachdem sich zuerst alle geschlossen hinter die Anordnungen des Bundesrates stellten, schmolz die Zustimmung in Teilen der Bevölkerung wie der Schnee in der Frühlingssonne. Immer wildere Theorien tauchten auf. Dies ist nicht weiter verwunderlich, wenn selbst der Präsident von Amerika sich öffentlich für das Spritzen von Desinfektionsmitteln gegen das Virus ausgesprochen hat. Nach dem weltweiten Aufschrei versuchte er seine Aussage mit Sarkasmus zu erklären. Angesichts des Leides, welches dieses Virus über die Welt brachte, ist jeglicher Sarkasmus fehl am Platz.
Ich beschäftige mich beruflich mit der Digitalisierung und berate Unternehmen aus der Immobilienbranche und dem Gesundheitswesen. Dabei stelle ich fest, dass digitale Massnahmen Befürworter wie auch Gegner finden. Auf die aktuelle Situation bezogen bietet sich die Tracing App als Beispiel an. In der Schweiz soll eine App entwickelt werden zu unserem Schutze (was auch der Wirtschaft dient).
Am 13. Mai 2020 hat der Bundesrat eine befristete Verordnung für eine Pilotphase der Schweizer Proximity-Tracing-App verabschiedet. Der Erlass ist bis Ende Juni befristet und regelt die Organisation, den Betrieb, die bearbeiteten Daten sowie die Nutzung. Gemäss Medienmitteilung des Bundesrates soll die App vorerst von ausgewählten Personen getestet werden. Ganz wichtig: Der eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte erachtet den bevorstehenden Versuch als zulässig. In der Sommersession soll dann das Parlament die gesetzlichen Grundlagen für den ordentlichen Betrieb legen.

