Es ist eine Welle mit Ansage, vor allem eine mit gewaltiger Zerstörungskraft, die auf den Schweizer Arbeitsmarkt zurollt. Zehntausende Arbeitsplätze werden von ihr in den nächsten 6 bis 18 Monaten weggespült – viele davon auf Nimmerwiedersehen.
«Gesamtwirtschaftlich ist bis 2021 mit einem Verlust in der Grössenordnung von rund 95’000 Stellen auszugehen», sagt Alexis Bill-Körber, bei BAK Economics in Basel zuständig für Schweizer Makroprognosen. Die tatsächliche Zahl der verlorenen Jobs wird merklich höher liegen, weil der BAK-Ökonom bei seinen Berechnungen mit Vollzeitstellen kalkuliert.
Tourismus am stärksten betroffen
«Wir unterstellen dabei, dass die Zahl der Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten in diesem Jahr um 1,3 Prozent zurückgehen wird», ergänzt Bill-Körber. Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes ist noch leicht pessimistischer: Aktuell rechnet sie 2020 mit einem Rückgang der Beschäftigung um 1,5 Prozent. Gemessen daran dürfte der zu erwartende Stellenverlust die 100’000er-Marke erreichen.
In einzelnen Branchen sind erste Konturen der Abbauwelle erkennbar. Der heimische Tourismus wird besonders stark Schaden nehmen: Rund 3200 Betriebe gehen wohl unter, und mehr als 30’000 Jobs verschwinden. Diese Zahlen beruhen auf einer Umfrage der Fachhochschule Westschweiz-Wallis bei Hotels, Restaurants, Seilbahnen und Tourismusmanagern.

