Ein Lehrer, eine Schule, Hunderte Neuinfektionen: Dies die traurige Bilanz, nur weil ein Pädagoge trotz Unwohlsein seine Schülerinnen und Schüler unterrichtete. Israel ist nach diesem Corona-Ausbruch an einem Gymnasium in Jerusalem schockiert. Ist so etwas in der Schweiz auch denkbar?
Am Montag fahren hier die nachobligatorischen Schulen ihren Betrieb wieder hoch – knapp einen Monat nach den obligatorischen Schulen. An Berufsschulen, Höheren Fachschulen sowie Gymnasien gibt es wieder Präsenzunterricht.
Die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) verweist bei Fragen zu den gesundheitlichen Risiken an das Bundesamt für Gesundheit (BAG).Selber drängen die Erziehungsdirektoren jedoch seit Wochen auf Anpassungen beim Schutzkonzept für den Präsenzunterricht – und dies möglichst schnell. Zu einschneidend seien die Einschränkungen, findet EDK-Präsidentin Silvia Steiner.
Die Zürcher Regierungsrätin sagte Ende Mai an einer Medienkonferenz, es gehe nicht an, dass das Grundrecht der Schülerinnen und Schüler auf Bildung eingeschränkt werde, während man im Freizeitbereich wieder sehr grosse Freiheiten gewähre.
Die Erziehungsdirektoren hatten mit ihrer Offensive Erfolg. Am Montag veröffentlicht der Bund eine überarbeitete Version des Schutzkonzeptes für die nachobligatorischen Schulen. Das Konzept liegt dieser Redaktion vor. Die entscheidende Änderung betrifft die umstrittene Abstandsregel.

