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Politik

Corona-Fälle in den Zürcher Bezirken

Der Kanton Zürich schafft Transparenz: Die Gesundheitsdirektion legt Daten zur regionalen Verteilung der Fälle vor.

Rund 3600 Personen wurden im Kanton Zürich bisher positiv auf das Coronavirus getestet. Das heisst: Pro 100’000 Einwohner gibt es kantonsweit knapp 240 Corona-Fälle. Im schweizweiten Vergleich – hier sind es laut Bundesamt für Gesundheit 360 – ein unterdurchschnittlicher Wert. Und dennoch geht die Pandemie nicht spurlos am Kanton vorbei: 130 Todesfälle weist die kantonale Statistik aus. Jetzt hat die Gesundheitsdirektion Zürich erstmals regionale Daten zu den positiven Tests publiziert. Das sind sieben wichtige Erkenntnisse daraus:

1 Regionale Unterschiede ja, aber nicht signifikant

Grosse Städte, viele Agglomerationsgemeinden, aber auch ländliche Regionen – der Kanton Zürich ist vielfältig. Regionale Unterschiede gibt es auch in der Corona-Statistik. Während in der Stadt Zürich 270 positive Tests pro 100’000 Einwohner gezählt werden, sind es im Bezirk Bülach gerade einmal 167. Am Zürichsee werden um die 200 Fälle pro 100’000 Einwohner erfasst, in Winterthur sind es 230.

Interessant ist ein Vergleich mit dem Kanton Bern, der als einer der wenigen Kantone ebenfalls Daten auf regionaler Ebene publiziert. Nimmt man Bern als Massstab, ist der Kanton Zürich geradezu homogen. Im Berner Jura kommen nach aktuellem Stand 395 positive Tests auf 100’000 Einwohner, im Kreis Bern-Mittelland (mit der Stadt Bern) sind es knapp 190 und in Thun gerade einmal 91. Unterschiede, die Politgeograf Michael Hermann in einem Artikel der «Berner Zeitung» auch mit «kulturräumlichen Unterschieden» wie einem stärkeren generationenübergreifenden Zusammenhalt und der ausgeprägteren Geselligkeit in der französischsprachigen Schweiz erklärt. Das Bundesamt für Gesundheit bezeichnete diese Aussage jedoch als «nicht bewiesene Hypothese».

Die Verteilung im Kanton Zürich sei «wohl Zufall», heisst es von der Gesundheitsdirektion auf Anfrage. Sogenannte Superspreader-Events – also Anlässe, bei denen ein Erkrankter viele ansteckt – könnten zu ungleichmässiger Verteilung führen. «Der Kanton Zürich wurde zum Glück von grösseren solchen Ereignissen verschont.»

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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