Es war ein Schock, wie für viele von uns, als es hiess, Geschäfte müssen ab Mitternacht geschlossen werden. Die Pressemitteilung des Bundes vom 16. März war zwar nicht mehr wirklich überraschend, aber trotzdem ein herber Faustschlag für jeden, der – wie ich – sein Geschäft innert Stunden und auf ungewisse Zeit einfach schliessen musste.
Auf der Heimfahrt an jenem Abend schossen mir 1000 Gedanken durch den Kopf: Bin ich im falschen Film?! Was jetzt? Und wie lange dauert die Geschichte? Einen Monat oder vielleicht ein halbes Jahr? Oder sogar länger? Werde ich überhaupt je wieder öffnen können?
Die Welt, so wie wir sie kannten, stand plötzlich still.
In den ersten ein bis zwei Wochen meiner Zwangsferien blieb der Kopf voll mit Gedanken. Die Ungewissheit und Unsicherheit liessen einem kaum los. Ausschlafen funktionierte irgendwie nicht, also ging ich täglich mit meinem Hund zur etwa selben Zeit raus. So, als würde ich danach zur Arbeit gehen. Der morgendliche Spaziergang fiel aber nun jeweils einiges gemütlicher aus als sonst und ganz ohne Eile.
Jeder Morgen war schöner als der andere: Keine Autos, keine Flugzeuge und die Sonne strahlte jeden Tag, als wäre alles in bester Ordnung – und für die Natur war es das auch.

