Wenn es im Ustermer Stadtzentrum so etwas wie eine «SP-Bar» gibt, dann ist es der «Hut» an der Bahnhofstrasse. Doch Karin Niedermann wählt für ein Treffen nicht den «Hut». Nein, die neue Parlamentspräsidentin wählt das «Blaser’s» beim Nüsslikreisel, das im Ruf steht, eher eine «bürgerliche» Bar zu sein.
Die Sozialdemokratin Niedermann ist sich der Wirkung ihrer Wahl durchaus bewusst. Und nimmt sie gleich als Metapher zur Selbstbeschreibung. «Ich bin eine, die auch überparteilich nach Lösungen sucht», sagt sie.
«Ich empfinde sie als eher gemässigt und eingemittet.»
Ursula Räuftlin (GLP), Ustermer Gemeinderätin und ehemalige Parlamentspräsidentin
Niedermanns politische Weggefährten bestätigten diese Eigenschaft: «Ich empfinde sie als eher gemässigt und eingemittet. Zum linken Flügel der SP gehört sie nicht», sagt Ursula Räuftlin, GLP-Parlamentarierin und Niedermanns Vorgängerin als Gemeinderatspräsidentin. Als «unideologisch» und «offen für andere Meinungen», bezeichnet sie Jürg Krauer, der wie Niedermann der Kommission für Planung und Bau (KPB) angehört und die Ustermer FDP-/CVP-Fraktion präsidiert.
Krauer wählt weiter ein Adjektiv, das man – aus dem Munde des politischen Gegners –durchaus als zweifelhaftes Kompliment auffassen kann: «vernünftig.»

