Geschlossene Geschäfte, drohende Rezession, eingebrochener Konsum, steigende Arbeitslosenzahlen: Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise sind massiv und werden noch über Monate und Jahre nachwirken. Was Unternehmen und Privathaushalten an Einnahmen wegbricht, wirkt sich direkt auf die Steuereinnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden aus.
Die Stadt Zürich etwa rechnet mit hohen Steuerausfällen. Gleichzeitig sagte Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) Anfang Mai dem «Tages-Anzeiger», dass die Steuerzahler deswegen wohl nicht tiefer in die Tasche greifen müssen: «Die Stadt hat in den letzten Jahren das Eigenkapital aufgebaut, auch mit dem Ziel, dass wir Krisen ohne Steuererhöhung und Leistungsabbau überstehen können.» Doch wie sind die Städte und Dörfer in der Region auf sinkende Einnahmen vorbereitet?
Die weltweite Situation
Im Dübendorfer Stadthaus arbeitet man zwar noch immer im «Corona-Modus», vom «Panik-Modus» ist man aber weit entfernt – zumindest Finanzvorstand Martin Bäumle (GLP/GEU) gibt sich gelassen: «Dank nach wie vor relativ hohem Nettovermögen und praktisch null Verschuldung ist Dübendorf nicht allzu schlecht auf eine Krise vorbereitet», sagt er. Allerdings sei dies abhängig davon, wie lange die Pandemie dauere, und ob es zu einer weltweiten Rezession beziehungsweise in der Schweiz zu einer hohen Arbeitslosigkeit komme.
Zwar sprach Bäumle schon vor der Corona-Krise immer mal wieder davon, dass in den nächsten Jahren je nach Szenario eine Steuererhöhung nötig werden könnte. Dies allerdings wegen der grossen Investitionen, die auf die Stadt zukommen. «Welchen Einfluss die Pandemie hat, wird sich ohnehin erst zeitversetzt zeigen», so Bäumle. Eine Erhöhung des Steuerfusses könne aber nicht die primäre Massnahme sein, um darauf zu reagieren.

