Der Entscheid des Bundesrates vom Mittwoch, die Einschränkungen auch für Nachtclubs und Bars zu lockern, hatte selbst die Branche überrascht. Am Tag danach ist die Freude allerdings verpufft. Sie hat einer gehörigen Portion Ernüchterung Platz gemacht.
«Die meisten Clubs und Musik-Bars in der Stadt Zürch werden wohl weiterhin geschlossen sein», sagt Alexander Bücheli von der Bar und Club Kommission Zürich (BCKZ) am Donnerstag. Dafür gibt es zwei Gründe: Die Clubs müssen um Mitternacht schliessen und es ist noch unklar, ob die Abstandsempfehlung von zwei Metern weiterhin gelte. Pro Kopf vier Quadratmeter zur Verfügung zu stellen sei unrealistisch.
«Das ist, also ob man ein Restaurant wieder öffnen kann, aber kein Essen servieren darf.»
Alexander Bücheli, Mediensprecher Bar und Club Kommission Zürich (BCKZ)
Die Einschränkungen seien derart gravierend, dass sich die Clubs nicht wirtschaftlich betreiben lassen. Die Massnahmen liessen sich aber inhaltlich nur sehr schwer umsetzen.
Polizeistunde um Mitternacht: «Das ist, also ob man ein Restaurant wieder öffnen kann, aber kein Essen servieren darf», sagt Bücheli. Tatsächlich öffnen die meisten Clubs im Normalbetrieb um 22 oder gar erst um 23 Uhr und schliessen dann zwischen 4 und 7 Uhr morgens. Die Idee, die Menschen könnten ja bereits am frühen Abend in den Club, bezeichnet Bücheli als romantische Vorstellung. Zudem würde man den Bars und Restaurants, die jetzt auch zu kämpfen hätten, Konkurrenz machen.

