Mit dem neuerlichen Netzausfall bei der Swisscom wächst der Druck auf die Führungsspitze. Der Bund, der die Mehrheit an dem Konzern hält, will die Panne mit Verwaltungsratspräsident Hansueli Loosli und Firmenchef Urs Schaeppi im Rahmen der Eignergespräche thematisieren. Das teilte das zuständige Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation mit, dem Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vorsteht.
Darüber hinaus ruft der Vorfall die zuständige Nationalratskommission für Verkehr und Fernmeldewesen auf den Plan, der die Unternehmensspitze Ende Juni ebenfalls Rede und Antwort stehen soll.
Widersprüchliches zu den Notrufnummern
Am Dienstagmittag war das Swisscom-Netz für mehrere Stunden ausgefallen. Betroffen waren sowohl das Mobil- als auch teilweise das Festnetz. Für Unruhe sorgte zudem, dass in einigen Kantonen die Notrufnummern ausfielen. Auf der Homepage «Alertswiss» des Bundesamts für Bevölkerungsschutz warnte der Kanton Obwalden etwa: «Aufgrund einer Panne der Swisscom sind über das Mobilnetz (Natel) teilweise keine Anrufe auf die Notrufnummer 112, 117, 118 und 144 möglich.»
In Solothurn hingegen funktionierten die Notrufe– trotz Störung bei der Swisscom. Die Swisscom selbst beteuert, Notrufe hätten funktioniert, auch vom Mobilfunknetz aus.

