Ab dem 6. Juni dürfen auch Mittel-, Berufs- und Hochschulen wieder zum Präsenzunterricht übergehen, wie der Bundesrat am Mittwoch vor den Medien sagte. Das wird aber nicht dazu führen, dass nun wieder in allen Klassenzimmern und Hörsälen gelehrt wird: Viele Schulen werden die neue Möglichkeit nur zurückhaltend nutzen – und manche gar nicht. Der Kanton Zug etwa hat letzte Woche bekannt gegeben, dass die Lehrerschaft weiter aus der Ferne unterrichtet.
Der Grund: Die Vorgaben, die der Bund am 13. Mai für diese Schulen bekannt gegeben hat, sind so streng, dass es sich nicht für alle lohnt, ihren Betrieb für die wenigen Wochen bis zu den Sommerferien umzustellen. Denn nach den Ferien, so sagte der Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss letzte Woche, lasse die Situation aus heutiger Sicht wohl wieder einen normalen Unterricht zu.
Tatsächlich sind die Vorgaben für die Mittel- und Hochschulen viel restriktiver als jene für die Volksschule. Während dort nur Kinder und Lehrer stets zwei Meter Distanz zueinander halten müssen, müssen ältere Schülerinnen und Schüler diesen Abstand auch untereinander einhalten. Dies, weil Jugendliche ein ähnlich hohes Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken, wie Erwachsene.
Wenn alle Personen in einem Klassenzimmer oder in einem Hörsaal stets zwei Meter Distanz wahren müssen, bedingt dies, dass jede vier Quadratmeter Platz für sich hat. «So aber können wir höchstens eine halbe Klasse unterrichten, vielleicht auch nur ein Drittel», sagt Lucius Hartmann, Präsident des Vereins Schweizer Gymnasiallehrer. Die Klassen an den Gymnasien seien tendenziell grösser als an den Volksschulen, die Räume aber nicht. So wird es an den wenigsten Gymnasien oder Berufsschulen möglich sein, eine ganze Klasse zu unterrichten.

