Krankengeschichten gehören nicht in eine Zeitung, denke ich. Beim Coronavirus mache ich eine Ausnahme. Der Grund ist einfach: Wir sprechen seit Monaten von dieser Krankheit und lassen sämtliche Experten zu Wort kommen. Nur von Direktbetroffenen hören wir wenig. Deshalb erzähle ich meine Geschichte – und ich muss gleich zu Beginn sagen, sie ist nicht dramatisch.
Angefangen hatte es Mitte März, nur wenige Tage vor dem Lockdown. Ich verspürte wachsende Gliederschmerzen und schrieb sie meinem schlechten Trainingszustand zu. Eben hatte die Radsaison wieder begonnen und ich war mit meinem Mountainbike unterwegs. Nicht lange, aber am Anfang braucht es jeweils nicht viel, um den Körper zu überfordern. Die Schmerzen gingen aber auch nach Tagen nicht weg.
Einfach nur untrainiert?
Bin ich wirklich so untrainiert und das bisschen Radfahren macht mir so zu schaffen? Mehr und mehr fühlte ich mich abgeschlagen und müde. Natürlich dachte ich an Covid-19. Die Medien waren ja voll davon. Aber meine Symptome passten nicht. Ich hatte Gliederschmerzen und war müde. Fertig. Kein Husten, kein Fieber, jedenfalls in diesem Moment noch nicht.
«Mir war eigentlich immer kalt. Auch nachts im Bett.»
Dominik Landwehr, «Standpunkt»-Autor

