Ein 25-Jähriger lebt seit sieben Jahren als vorläufig aufgenommener Ausländer (Status F) in der Schweiz. Er arbeitet als Tellerwäscher
in einem Restaurant. Gerne wäre er Koch oder Serviceangestellter. Doch dafür müsste er eine Lehre absolvieren. Das würde ihm auch bei der Integration helfen, denn beim Abwaschen kann er seine Deutschkenntnisse nicht verbessern. Darauf wird er immer wieder aufmerksam gemacht.
Der junge Mann sagt aber, erst einmal wolle er wie ein normaler Mensch leben können. Darum brauche er mehr als einen Lehrlingslohn. Zudem sei seine Frau schwanger.
Vorläufig aufgenommene Ausländer erhalten im Kanton Zürich seit einem Volksentscheid von 2017 nur noch knapp 700 Franken Asylfürsorge pro Monat statt knapp 1000 Franken Sozialhilfe. In vielen Gemeinden wird dieser Betrag sogar noch unterschritten, wie Map-F, die Monitoring-
und Anlaufstelle für vorläufig Aufgenommene, in ihrem neusten Bericht schreibt.
Map-F hat im Herbst eine Umfrage unter allen 162 Zürcher Gemeinden gemacht. 72 haben geantwortet, dort leben rund 60 Prozent der Bevölkerung des Kantons. In einer Gemeinde erhalten die Ausländer mit Status F lediglich 10 Franken pro Tag, was 300 Franken pro Monat entspricht – weniger als die Hälfte der empfohlenen Asylfürsorge und kaum genug, um «wie ein normaler Mensch leben zu können», wie der oben erwähnte 25-Jährige im Bericht zitiert wird.
Ein Widerspruch

