Abo

Politik

Für Oberländer Veranstalter kommt die Öffnung zu spät

Endlich wieder Kulturveranstaltungen. Das ist der erste Gedanke von Konzertgängern und anderen Kulturliebhabern. Doch eine Umfrage in der Region zeigt, dass sie sich zu früh gefreut haben.

In Pasquale Salatinos Brust schlagen zwei Herzen. «Meine Gefühle sind einerseits fröhlich, weil wir in der Hall of Fame wieder loslegen können.» Auf der anderen Seite blickt der Wetziker Veranstalter und Konzertclub-Betreiber mit gewissem Argwohn auf die Schutzkonzepte, die noch folgen dürften. «Man sah es in der Gastronomie: Zuerst der Jubel, dann die Ernüchterung, weils doch nicht so läuft, wie man es sich erhofft hat.»

Eins ist klar: Die Saison ist bereits vorbei. Vor September ist nicht mehr mit Konzerten im Wetziker Club zu rechnen. Und Salatino fürchtet, dass das Programm gar bis im Winter ausgedünnt bleiben wird. «Es gibt verschiedene Faktoren, die dazu führen dürften», sagt er. Etwa der Umstand, dass in seinem Club viele ausländische Bands und Künstler auftreten, die je nachdem nicht einmal einreisen könnten. Dann aber auch die Tatsache, dass der Vorlauf, um ein Konzert mit einem mehr oder weniger namhaften Künstler mindestens sechs Monate beträgt. «Ich bin jetzt also bereits das Frühjahr 2021 am Planen.»

«Security, Bar, Putzpersonal, Technik – das kostet immer gleich viel. Egal, ob 30 oder 300 Personen kommen.»

Pasquale Salatino, Hall of Fame Wetzikon

Natürlich könnte er auf nationale Künstler zurückgreifen oder auf Nachwuchs. «Doch auch das birgt grosse Risiken», so Salatino. Nationale Künstler dürften etwa allüberall zu Engagements kommen. «Aber die Schweiz ist klein. Wenn eine Band sechsmal innert zwei Wochen in diesem kleinen Radius auftritt, interessiert das gegen Schluss keinen mehr.»

Und bei Nachwuchsbands sei schlicht die finanzielle Seite das Problem. Denn sie würden kaum Publikum anziehen, aber abgesehen von der Gage praktisch dieselben Kosten verursachen. «Security, Bar, Putzpersonal, Technik – das kostet immer gleich viel. Egal, ob 30 oder 300 Personen kommen.» Das funktioniere nur mit staatlicher Unterstützung.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?