Jemanden vermissen schmerzt. Manchmal bis hin zu körperlichem Schmerz. Vielen von uns ist dieses Gefühl des Vermissens in den letzten Wochen ganz plötzlich und unerwartet wieder begegnet.
Bürokollegen sehen sich nur noch in Videokonferenzen. Liebespaare und Familien sind durch Landesgrenzen getrennt. Studienkolleginnen begegnen sich an der Uni nicht mehr. Und wer von einem lieben Menschen, der, aus welchen Gründen auch immer, gestorben ist, Abschied nehmen muss, weiss, dass er diese Person noch lange vermissen wird. Viele vermissen auch die Geselligkeit der Vereinsaktivitäten, die im Moment nicht möglich sind.
Was wir vermissen und wie stark es uns fehlt, kann also sehr unterschiedlich sein. Und doch sind wohl die meisten von uns dem unfreiwilligen Verzicht und dem Vermissen in den letzten Wochen begegnet. Die wenigsten von uns vermissen die ständige Geschäftigkeit. Manche vermissen lieb gewonnene Gewohnheiten. Viele vermissen die Gemeinschaft mit lieb gewonnenen Menschen.
«Denn Pfingsten ist der Feiertag der Hoffnung für Vermissende.»
Da passt es gut, dass wir dieses Wochenende Pfingsten feiern. Denn Pfingsten ist der Feiertag der Hoffnung für Vermissende. Pfingsten folgt auf die Himmelfahrt Jesu. Bei der Himmelfahrt war den Freunden von Jesus klar: Dieser Abschied ist endgültig. Wir werden nicht mehr mit Jesus am See Genezareth sitzen und Fisch essen. Und ich bin mir ziemlich sicher: Sie haben ihren Freund und Lehrer, Jesus, vermisst.

